Bis vor kurzem standen noch urheberrechtliche Huerden im Weg, um endlich auch Musikprogramme via Podcast verfuegbar zu machen. Unser Schweizer Radio DRS hat nun aber mit IFPI Schweiz eine Vereinbarung erzielt, welche es ab Februar 2009 erlaubt, auch Musiksendungen via Podcast anzubieten.
Zu den bisher von Radio DRS angebotenen Podcasts kommen nun also 19 weitere Programme hinzu. Dazu gehoeren beliebte Programme wie beispielsweise Sounds!, Rock Special oder der World Music Special von DRS 3. Waehrend 28 Tagen seit der jeweiligen Erstausstrahlung stehen diese Programme nun also zum Abruf bereit.
Radio DRS hat die Zeichen der Zeit laengstens erkannt. Auch beim Radio aendern sich die Nutzungsgewohnheiten. Immer mehr Hoerer haben ein grosses Beduerfnis nach zeitlich unabhaengigem Zugang zu Informationen und Unterhaltung. Dabei erfreuen sich auch die neuen Internet Radio Devices immer groesserer Beliebtheit. Die neuste Generation von Internet Radio Geraeten erlaubt bereits jetzt den direkten Abruf von Podcasts. Mit den neuen Podcast Angeboten von Radio DRS wird Audio-on-Demand endlich auch in der Schweiz zur Realitaet!
Samstag, 31. Januar 2009
Radio DRS jetzt neu mit Musik Podcasts
Eingestellt von digiradio um 16:37
Labels: Audio on Demand, Podcast
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Kastriertes Online Angebot von ARD und ZDF
Lange Zeit wurde ganz heftig darueber diskutiert, ob und in welcher Intensitaet sich oeffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten im Online Bereich engagieren duerfen. Die politische Debatte wird in der Schweiz genauso hitzig gefuehrt, wie in anderen Laendern Europas. In Deutschland wurde nun der neue Rundfunkstaatsvertrag formuliert, welcher das Taetigkeitsfeld von oeffentlich-rechtlichen Anstalten wie ARD und ZDF ganz genau regeln wird. Der Rundfunkstaatsvertrag legt unter anderem fest, dass Online Angebote von ARD und ZDF nur "sendungsbezogen" und maximal waehrend sieben Tagen abrufbar sein duerfen. Bei Informationen rund um Sport- und Grossereignisse beschraenkt sich diese Frist gar auf 24 Stunden!
Die Reihen der Zeitungsverleger und privaten Rundfunkveranstalter konnte sich also durchsetzen und verhindert dabei, dass qualitativ hochstehender Journalismus "made in Germany" auch im Internet uneingeschraenkt zugaenglich bleibt. Es ist ein Hohn, dass im Zeitalter von Flatrates und Breitband Internet solche rueckwaertsgerichteten Entscheide ueberhaupt eine Ueberlebensfaehigkeit haben und die weitere Entwicklung unserer Informationsgesellschaft dermassen einschraenken koennen. Oeffentlich-rechtliche Anstalten wie ARD und ZDF waeren foermlich dazu praedestiniert gewesen, mit deren Innovationskraft und journalistischer Kompetenz den Konvergenzgedanken voran zu treiben. Projekte fuer Video-on-Demand oder Online Archive duerften somit fuer laengere Zeit ad acta gelegt werden. Mit Gebuehrengeldern finanzierte Produktionen bleiben so dem Publikum von Radio und Fernsehen vorbehalten, obschon sich die Beduerfnisse in Bezug auf unsere Mediennutzung stark veraendert haben. Kaum vorstellbar, dass private Medienunternehmen diese Herausforderung nun selber in die Hand nehmen und uns im Sinne eines "Service publique" mit vergleichbaren Diensten versorgen werden, es sei denn, sie finden eine Moeglichkeit, ihre Contents im Sinne der Zweitverwertung als Pay-Angebote zu vermarkten. Viel mehr Innovation darf wohl kaum erwartet werden.
Bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel politisch verordneter Bevormundung nicht Schule machen wird, sondern sich alleine auf Deutschland beschraenken wird.
Eingestellt von digiradio um 21:22
Labels: Audio on Demand, IPTV, Mediathek, Medien Konvergenz, Video on Demand
Samstag, 3. Mai 2008
Interessanter TV-Bericht: Quoten, Klicks und Kohle
Vor kurzem habe ich erwaehnt, dass die Praesenz oeffentlich-rechtlicher Radio- und TV-Veranstalter im Internet nicht nur in der Schweiz, sondern auch im europaeischen Ausland zu reden gibt. In diesem Zusammenhang zeigte der SWR kuerzlich einen sehr interessanten Beitrag unter dem Titel "Quoten, Klicks und Kohle".
Die Sendung bringt die Problematik wirklich auf den Punkt: Verwehrt man/frau den oeffentlich-rechtlichen Anbietern ein aktives Engagement im Internet, wird deren langfristige Existenz hochgradig gefaehrdet. Oeffentlich-rechtliche Anstalten wie SRG, ARD, ZDF oder der ORF tun gut daran, sich fuer eine Ausweitung ihrer Online Aktivitaeten stark zu machen und sich auch hier weniger auf die Quote, sondern noch mehr auf die Qualitaet zu konzentrieren.
Der Beitrag wird in diesen Tagen bei SWR- und NDR-Fernsehen wiederholt.
Eingestellt von digiradio um 17:00
Labels: Audio on Demand, Mediathek, Video on Demand
Freitag, 11. April 2008
Mehr SRG braucht das Netz
Die Kontroverse, ob sich nun oeffentlich-rechtliche Sendeanstalten aktiv im Internet betaetigen duerfen oder eben bei Radio und Fernsehen zu bleiben haben, kommt immer wieder auf's Parkett. Das ist nicht nur hierzulande so, nein, diese Frage wird auch in unseren Nachbarlaendern immer wieder heftigst diskutiert.
In Zeiten, wo immer mehr multimediale Inhalte unseren Web Alltag praegen, wo Text sich zunehmend mit audiovisuellem Content vermischt, duerfen Medienhaeuser wie die SRG SSR idée suisse, ARD + ZDF oder der ORF nicht laenger aussen vor bleiben. Die heranwachsende Generation zieht ein komplett veraendertes Verhalten der Mediennutzung - welches ausgesprochen selektiv gepraegt ist - mit sich. Es waere fahrlaessig, Video on Demand und aehnliche Anwendungen einzig dem Quotenjournalismus - welcher ja nicht selten auf Boulevardthemen und Sensationsjournalismus ausgerichtet ist - zu ueberlassen. Im Gegenteil, auch im Netz brauchen wir oeffentlich-rechtliche Anbieter, welche hier ihre journalistische Kompetenz zum besten geben koennen.
Das Beispiel der ZDF Mediathek zeigt sehr eindruecklich, wie die Verteilung von Informationen im Netz in einer voellig neuen, innovativen Form stattfinden kann und ausserdem bereits produzierte Formate auf kostenguenstige Weise zu einer Zweitverwertung kommen koennen. Multimediale Anwendungen wie eben die besagte ZDF Mediathek werden dem veraenderten Nutzungsverhalten besonders gerecht, da Inhalte jederzeit und vor allem frei von einem Programmschema abrufbar sind. Gut zu wissen, dass die ARD ebenfalls an einer eigenen Mediathek werkelt. Warum sollte denn da die SRG SSR idée suisse nicht auch mitmachen duerfen?
Es ist daher nur richtig, wenn Radio DRS Direktor Walter Rüegg auf das enge finanzielle Korsett verweist, mit welchem der Online Bereich von SRG SSR idée suisse derzeit zu operieren hat. Das Internet als ergänzende Plattform muss sogar unbedingt aktiver ausgebaut werden, wenn Radio und Fernsehen von SRG SSR idée suisse nicht an Popularitaet einbuessen wollen. Audio on Demand als Antwort auf veraendertes Nutzungsverhalten auch beim Radio, darf nicht mehr laenger nur eine Vision bleiben. Es wird sogar hoechste Zeit, diese Plaene endlich in Taten umzusetzen. Die selben Kraefte, welche den oeffentlich-rechtlichen Anstalten heute jegliches Online Engagement streitig machen, wuerden wohl schon bald propagieren, dass die SRG den Online Zug verschlafen habe.
Eingestellt von digiradio um 00:39
Labels: Audio on Demand, Mediathek, Video on Demand