Posts mit dem Label BAKOM werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label BAKOM werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 27. Januar 2012

SwissMediaCast AG und der dritte DAB+ Layer

Wetten, dass...

...die SwissMediaCast AG den Zuschlag für den dritten Digitalradio Layer in der Deutschschweiz erhalten wird?

In seiner Interessenabklärung vom 26. Januar 2012 stellt das BAKOM folgende Vorgaben:

Interessenten für den Aufbau und Betrieb der digitalen Programmplattform gemäss der vorgehenden Ziffer 3 müssen bei ihrer Anmeldung folgende Informationen liefern:

1. Angaben über die Personen bzw. Unternehmen, welche über die wesentlichen Teile des Kapitals verfügen und im wesentlichen Umfang finanzielle Mittel zur Verfügung stellen;

2. Angaben über die beabsichtigte Zusammensetzung des Programmangebots;

3. Angaben zur technischen Ausgestaltung, zum Kostenrahmen sowie zur zeitlichen und geografischen Staffelung der Erschliessung der einzelnen Allotments;

4. glaubhafte Darlegung der Finanzierbarkeit der Investitionen und des Betriebs;

5. glaubhafte Darlegung, dass die mit der Umsetzung des Projekts betrauten Personen bzw. Unternehmen über die dafür notwendigen technischen Fähigkeiten verfügen.

Bei der vorliegenden Interessenabklärung handelt es sich nicht um eine offizielle Ausschreibung. Die Abklärung hat vielmehr zum Ziel, Interessenten für die dritte DAB-Bedeckung in der deutschen Schweiz ausfindig zu machen, die ernsthaft den Aufbau und den Betrieb der oben beschriebenen Digitalplattform in Betracht ziehen. Daher wird nicht nur eine formale Absichtserklärung erwartet, sondern eine Beschreibung des geplanten Projekts.


Die Eingabefrist laeuft bereits am 29. Februar 2012 ab. Da liegt es eigentlich auf der Hand, dass so kurzfristig eigentlich bloss die SwissMediaCast AG diese Anforderungen erfüllen kann.

Stellt sich die Frage nach der künftigen Programmbelegung: Sollte tatsaechlich wiederum die SwissMediaCast AG (Zitat: "Ein Gemeinschaftsunternehmen von SRG, Swisscom, Ringier und privaten Radioveranstaltern" ) zum Handkuss kommen, wird man unliebsamen Konkurrenten mit Sicherheit deren Tarif aufzwingen! Ob da noch Platz bleibt für Radio Tropic, Internet Radios oder gar ein Comeback von Open Broadcast sowie der backstageradio community, wage ich jetzt mal ernsthaft zu bezweifeln. Selbst bei Roger Schawinski und seiner Radio 1 AG wäre ich mir nicht sicher, ob man den SMC Tarif einfach so berappen will. Die Zusammensetzung der vermeintlichen regionalen Layer wird wohl viel mehr "neue" Formate aus den Reihen von NRJ & Co. umfassen.

DAB+ in der Schweiz oder "Wie werde ich Millionär?"

Einem zur Ausschreibung des dritten DAB+ Layers veröffentlichten Dokument des BAKOM ist zu entnehmen, dass "laut Schätzungen der SRG bis heute rund 850'000 digitale Empfangsgeräte im Umlauf" seien. Ferner heisst es darin: "Die SRG geht davon aus, dass Mitte 2012 die erste Million erreicht sein wird." Die gleiche Zielsetzung verkündete man seitens SRG schon im letzten Sommer, als die installierte Basis in der Schweiz noch bei 750'000 Units lag.

Stellt sich die Frage, woran es liegt, dass das gesteckte Ziel von einer Million Endgeräten per Ende 2011 noch nicht erreicht werden konnte? Und nicht weniger interessant scheint die Frage, weshalb man von dieser recht deutlichen Absatzsteigerung im ersten HJ 2012 ausgeht? Immerhin sollen also in den ersten 6 Monaten dieses Jahres rund 150'000 DAB+ Geräte unter die Leute gebracht werden. Oder beabsichtigt man seitens SRG allenfalls, quersubventionierte Geräte kostenlos ans Volk zu verteilen?

Aehnliche Zahlenspielereien werden wir wohl naechstens auch in Deutschland beobachten koennen, wo ja bis Ende 2015 sogar 15 Mio. Endgeräte installiert sein sollen (gem. August Ausgabe des Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk ).

Freitag, 4. Februar 2011

DAB+ mit mehr Einfalt statt Innovation: Was ist falsch gelaufen?

In den kommenden Wochen sollen nun also die letzten Plätze im DAB+ Layer der SwissMediaCast AG belegt werden. Bekanntlich gehen diese Programmplätze vornehmlich an etablierte Privatradios, welche schon seit Jahren über zahlreiche UKW Frequenzen gehört werden können. Der Umstand, dass nun auch seitens der Privatradios die Vorzüge von DAB+ Digitalradio erkannt wurden, ist dabei durchaus positiv zu werten. Umso mehr, da ja gerade in diesen Kreisen während Jahren grösste Skepsis hinsichtlich der Digitalisierung des Radios herrschte.

Der Layer der SwissMediaCast AG wird also höchstwahrscheinlich schon in diesem Quartal voll belegt sein. Bedauerlich bleibt, dass die Chance vertan wurde, diesen überregionalen Layer mit einem möglichst vielfältigen Programmangebot anzureichern. Immerhin haben mit Radio Eviva und dem Life Channel zwei Programme endlich die Möglichkeit erhalten, auch auf terrestrischem Wege empfangbar zu sein. Zuvor fristeten diese zwei Anbieter nämlich ein kärgliches Schattendasein als reine Kabelradios. Doch ansonsten sucht man eigentlich vergebens nach den erhofften Innovationen. In geradezu idealer Weise hätte der DAB+ Layer der SwissMediaCast Raum für ein überregionales privates Vollprogramm für die ganze Deutschschweiz geboten. Auch neue Spartenprogramme haben den Weg zu DAB nicht gefunden. Stattdessen wird altbekanntes dominieren, wenn dereinst die neuen Programme wie Radio 24, Radio Argovia oder Radio Top aufgeschaltet sind. Die Nachfrage scheint das Angebot jetzt endlich zu übersteigen. Finanzschwache Anbieter dürften langfristig Mühe haben, mit den Grossen mitzuhalten, sollten sich die Preise weiter nach oben entwickeln.

Die Frage sei erlaubt, was hier genau falsch gelaufen ist. Die „UKW Platzhirsche“ scheinen es geschafft zu haben, ihre oftmals gleich klingenden Formate ins digitale Angebot hinüber zu retten. Und schon lässt man seitens SwissMediaCast verlauten, dass man bereits an der Planung des dritten DAB+ Layers sei, welcher sich aus regionalen Paketen zusammensetzen soll. Dieser dritte DAB+ Layer könnte möglicherweise noch in diesem Jahr gestartet werden. Somit dürfte wohl auch in Zukunft dafür gesorgt sein, dass primär die etablierten Veranstalter bestimmen werden, welche Angebote den Zugang zu den digitalen Ensembles erhalten werden. Vergibt das BAKOM die Funkkonzession für diesen dritten DAB+ Layer wiederum an die SwissMediaCast AG, wird das Duopol von SRG und SMC wohl ein für alle mal gefestigt.

Selbstverständlich könnte es auch anders kommen, doch wäre es jetzt an der Zeit, dass sich möglichst rasch entsprechende Konsortien bilden, die sich später in den verschiedenen Regionen um die neuen Funkkonzessionen bewerben könnten.