Wenn an einem Platz, an welchem bereits seit Jahren eine McDonald’s Filiale steht, neu auch Burger King ein Lokal eröffnet, beschert dies dem ersten Anbieter meistens ebenfalls neue Kunden. Mit Sicherheit hätte sich der Start eines WDR Sportradios – welches bekanntlich unter dem Namen WDR.Event nur zeitweise auf Sendung gewesen wäre – ebenso positiv auf das Digitalradio in Deutschland ausgewirkt und auch dem bereits präsenten Anbieter 90elf langfristig neue Zuhörer beschert.
Nun intervenierte aber der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) dermassen heftig, dass der WDR bereits wieder von seinen Plänen für das ergänzende Zusatzangebot absieht. Für die Attraktivität von DAB+ Digitalradio in Deutschland wäre ein derartiges Format aus dem Hause eines starken Players wie dem WDR in jedem Fall ein Gewinn gewesen. Bleibt zu hoffen, dass es die privaten Veranstalter nun aus eigener Kraft fertig bringen, neue Hörer für ihr Angebot auf Digitalradio zu begeistern.
Sonntag, 15. April 2012
WDR Sportradio vs. 90elf: Eigentor der Privaten
Eingestellt von digiradio um 15:59
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Freitag, 27. Januar 2012
SwissMediaCast AG und der dritte DAB+ Layer
Wetten, dass...
...die SwissMediaCast AG den Zuschlag für den dritten Digitalradio Layer in der Deutschschweiz erhalten wird?
In seiner Interessenabklärung vom 26. Januar 2012 stellt das BAKOM folgende Vorgaben:
Interessenten für den Aufbau und Betrieb der digitalen Programmplattform gemäss der vorgehenden Ziffer 3 müssen bei ihrer Anmeldung folgende Informationen liefern:
1. Angaben über die Personen bzw. Unternehmen, welche über die wesentlichen Teile des Kapitals verfügen und im wesentlichen Umfang finanzielle Mittel zur Verfügung stellen;
2. Angaben über die beabsichtigte Zusammensetzung des Programmangebots;
3. Angaben zur technischen Ausgestaltung, zum Kostenrahmen sowie zur zeitlichen und geografischen Staffelung der Erschliessung der einzelnen Allotments;
4. glaubhafte Darlegung der Finanzierbarkeit der Investitionen und des Betriebs;
5. glaubhafte Darlegung, dass die mit der Umsetzung des Projekts betrauten Personen bzw. Unternehmen über die dafür notwendigen technischen Fähigkeiten verfügen.
Bei der vorliegenden Interessenabklärung handelt es sich nicht um eine offizielle Ausschreibung. Die Abklärung hat vielmehr zum Ziel, Interessenten für die dritte DAB-Bedeckung in der deutschen Schweiz ausfindig zu machen, die ernsthaft den Aufbau und den Betrieb der oben beschriebenen Digitalplattform in Betracht ziehen. Daher wird nicht nur eine formale Absichtserklärung erwartet, sondern eine Beschreibung des geplanten Projekts.
Die Eingabefrist laeuft bereits am 29. Februar 2012 ab. Da liegt es eigentlich auf der Hand, dass so kurzfristig eigentlich bloss die SwissMediaCast AG diese Anforderungen erfüllen kann.
Stellt sich die Frage nach der künftigen Programmbelegung: Sollte tatsaechlich wiederum die SwissMediaCast AG (Zitat: "Ein Gemeinschaftsunternehmen von SRG, Swisscom, Ringier und privaten Radioveranstaltern" ) zum Handkuss kommen, wird man unliebsamen Konkurrenten mit Sicherheit deren Tarif aufzwingen! Ob da noch Platz bleibt für Radio Tropic, Internet Radios oder gar ein Comeback von Open Broadcast sowie der backstageradio community, wage ich jetzt mal ernsthaft zu bezweifeln. Selbst bei Roger Schawinski und seiner Radio 1 AG wäre ich mir nicht sicher, ob man den SMC Tarif einfach so berappen will. Die Zusammensetzung der vermeintlichen regionalen Layer wird wohl viel mehr "neue" Formate aus den Reihen von NRJ & Co. umfassen.
Eingestellt von digiradio um 23:06
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Mittwoch, 31. August 2011
DAB+ in Deutschland: Stehen die Zeichen wirklich auf Erfolg?
Schon bemerkt? Bereits ist ein erster Monat vergangen, seit in Deutschland der sog. „bundesweite Digitalradio Layer“ in Betrieb genommen wurde. Okay, richtig los gegangen sei es ja noch nicht, soll doch der Startschuss erst in diesen Tagen - nämlich anlässlich der IFA Berlin – fallen.
Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Digitalradio soll zu einem der Top-Themen der diesjährigen Funkausstellung werden. Und so blickt denn auch ganz Europa gespannt auf das Geschehen im grössten Markt Europas. Digitalradio auf Basis des DAB+ Standards werde sich nur behaupten können, wenn damit auch in Deutschland eine Erfolgsgeschichte gelandet wird. Dies lassen sogar einschlägige Kreise in der Schweiz verlauten, wo DAB+ bekanntlich bereits eine gewisse Akzeptanz bei den Hörern erlangen konnte.
In der August Ausgabe lässt denn auch das „Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk“ vom „DR-M e.V.“ (Digital Radio Mitteldeutschland) durchblicken, dass per Ende 2011 eine installierte Basis von 100‘000 Units angepeilt werde. Die Zielsetzung für Ende 2015 liege bei 15 Millionen Geräten. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt die installierte Basis aktuell bei etwa 750‘000 DAB+ Geräten. Mit ca. 7.8 Mio. Einwohnern ist der Markt Schweiz rund 10x kleiner als Deutschland. Bei gleicher Marktgrösse hätten in der Schweiz also gegen 7.5 Mio. Geräte den Weg zum Hörer gefunden, was trotzdem nur der Hälfte der in Deutschland angestrebten Zielsetzung entspricht. Bedenkt man, dass in der Schweiz zwei populäre Mittelwellen Programme (DRS Musikwelle und Option Musique) auf DAB+ verschoben wurden und diese seither auf terrestrischem Wege nur noch digital zu empfangen sind, so wirkt die Zielsetzung aus Deutschland noch viel ambitiöser. Kommt hinzu, dass am Ausbau des Schweizerischen Digitalradio Netzes seit 2006 unermüdlich gearbeitet wird. Zumindest die Programme des ersten Layers sind heute schon so gut wie flächendeckend verfügbar. Dank eines zwischenzeitlich zusätzlich gestarteten zweiten Layers hat man als Hörer in den weiten Teilen der Deutschschweiz bereits jetzt Zugriff auf rund 30 Radio Programme! Die gebotene Programmvielfalt hat die Attraktivität von Digitalradio erheblich gesteigert und erweist sich denn auch als einer der ganz wesentlichen Erfolgsfaktoren.
Und in Deutschland? Neben den drei Programmen des DeutschlandRadios wurden bekanntlich auch verschiedene Privatradio Programme lizenziert. Die drei öffentlich-rechtlichen Programme (DLF, DeutschlandRadio Kultur und DRadio Wissen) gehörten sodenn auch bereits ab 1. August 2011 zum Angebot. Ebenso das Entspannungsradio LoungeFM und das Fussballradio 90elf, welches gewiss die Rolle des Zugpferds einnehmen wird. Ferner bedienen mit ERF Pop und Radio Horeb gleich zwei Programme die Interessen christlicher Zuhörer. Und mit Klassik Radio erreicht man – zumindest ansatzweise – eine weitere Zielgruppe. Den Mainstream ansprechen sollen Vollprogramme wie Absolut Radio oder Programme, welche mehr oder weniger das AC Format (Adult Contemporary) spielen, also ENERGY, Radio BOB! aus Hessen und Kiss FM aus Berlin. Letztere wurden zwar nicht direkt lizenziert, doch scheint das nicht sonderlich relevant zu sein. Hauptsache, der Layer wurde pünktlich und eben nicht halbleer gestartet.
Ob sich mit dem gebotenen Mix an Programmen tatsächlich doppelt so viele Hörer wie in der Schweiz zum Kauf eines DAB+ Radio hinreissen mögen, wird sich weisen müssen. Inwiefern die in vielen Bundesländern erst noch zu startenden regionalen Digitalradio Angebote die Attraktivität zu steigern vermögen, bleibt abzuwarten. In vielen Ländern soll dem Vernehmen nach in erster Linie abgebildet werden, was bereits auf UKW geboten wird, sei es öffentlich-rechtlich oder privat.
Bleibt zu hoffen, dass die Uebung nicht plötzlich auf halben Wege wieder abgeblasen wird, sollte sich der Absatz der Geräte in den ersten zwei Jahren nicht wie gewünscht entwickeln. Vielmehr müsste in einem solchen Fall über eine Neudefinition des Programm Mix nachgedacht werden, um Digitalradio auch in Deutschland für möglichst viele Zielgruppen attraktiv zu machen und somit auch zu einem Erfolg zu führen.
Eingestellt von digiradio um 00:31
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Montag, 13. Juni 2011
Verkehrte Welt

Als Fürsprecher für digitales Radio muss ich an dieser Stelle einmal einen Hinweis auf ein ausgesprochen interessantes Programm loswerden, das es nur im analogen Radio zu hören gibt. Seit dem 9. Juni wird nämlich die zweite Auflage des International Radio Festival Zurich bestritten. Ueber die Frequenzen 88.2MHz (Zürich Süd) und 104.1MHz (Zürich Nord) gibt IRF Radio noch bis zum 19. Juni absolute Leckerbissen zum besten. Hörvergnügen pur, doch leider nur auf UKW oder als Livestream im Internet.
Vergangenen Herbst wurde das Programm noch über DAB+ in die ganze Deutschschweiz übertragen. Leider hat es aber die SwissMediaCast AG als Betreiberin des privaten DAB+ Layers unterlassen, Kapazitäten für kurzzeitige Radioprojekte oder auch Eventradios freizuhalten. Damit wurde die einmalige Möglichkeit vertan, um innovativen Radioprojekten jeweils Zugang zu grösser Reichweite zu bieten und gleichzeitig neue Zielgruppen anzusprechen, welche dadurch die Vorzüge von Digitalradio kennen lernen würden.
Eingestellt von digiradio um 17:21
Labels: DAB+, Spartenradio
Freitag, 4. Februar 2011
DAB+ mit mehr Einfalt statt Innovation: Was ist falsch gelaufen?
In den kommenden Wochen sollen nun also die letzten Plätze im DAB+ Layer der SwissMediaCast AG belegt werden. Bekanntlich gehen diese Programmplätze vornehmlich an etablierte Privatradios, welche schon seit Jahren über zahlreiche UKW Frequenzen gehört werden können. Der Umstand, dass nun auch seitens der Privatradios die Vorzüge von DAB+ Digitalradio erkannt wurden, ist dabei durchaus positiv zu werten. Umso mehr, da ja gerade in diesen Kreisen während Jahren grösste Skepsis hinsichtlich der Digitalisierung des Radios herrschte.
Der Layer der SwissMediaCast AG wird also höchstwahrscheinlich schon in diesem Quartal voll belegt sein. Bedauerlich bleibt, dass die Chance vertan wurde, diesen überregionalen Layer mit einem möglichst vielfältigen Programmangebot anzureichern. Immerhin haben mit Radio Eviva und dem Life Channel zwei Programme endlich die Möglichkeit erhalten, auch auf terrestrischem Wege empfangbar zu sein. Zuvor fristeten diese zwei Anbieter nämlich ein kärgliches Schattendasein als reine Kabelradios. Doch ansonsten sucht man eigentlich vergebens nach den erhofften Innovationen. In geradezu idealer Weise hätte der DAB+ Layer der SwissMediaCast Raum für ein überregionales privates Vollprogramm für die ganze Deutschschweiz geboten. Auch neue Spartenprogramme haben den Weg zu DAB nicht gefunden. Stattdessen wird altbekanntes dominieren, wenn dereinst die neuen Programme wie Radio 24, Radio Argovia oder Radio Top aufgeschaltet sind. Die Nachfrage scheint das Angebot jetzt endlich zu übersteigen. Finanzschwache Anbieter dürften langfristig Mühe haben, mit den Grossen mitzuhalten, sollten sich die Preise weiter nach oben entwickeln.
Die Frage sei erlaubt, was hier genau falsch gelaufen ist. Die „UKW Platzhirsche“ scheinen es geschafft zu haben, ihre oftmals gleich klingenden Formate ins digitale Angebot hinüber zu retten. Und schon lässt man seitens SwissMediaCast verlauten, dass man bereits an der Planung des dritten DAB+ Layers sei, welcher sich aus regionalen Paketen zusammensetzen soll. Dieser dritte DAB+ Layer könnte möglicherweise noch in diesem Jahr gestartet werden. Somit dürfte wohl auch in Zukunft dafür gesorgt sein, dass primär die etablierten Veranstalter bestimmen werden, welche Angebote den Zugang zu den digitalen Ensembles erhalten werden. Vergibt das BAKOM die Funkkonzession für diesen dritten DAB+ Layer wiederum an die SwissMediaCast AG, wird das Duopol von SRG und SMC wohl ein für alle mal gefestigt.
Selbstverständlich könnte es auch anders kommen, doch wäre es jetzt an der Zeit, dass sich möglichst rasch entsprechende Konsortien bilden, die sich später in den verschiedenen Regionen um die neuen Funkkonzessionen bewerben könnten.
Eingestellt von digiradio um 15:12
Labels: BAKOM, DAB, DAB+, Lokalradio, Spartenradio
Donnerstag, 3. Februar 2011
Digitalradio hat den endgültigen Durchbruch geschafft!
Immer wieder wurde im Zusammenhang mit Digitalradio von einer Totgeburt gesprochen. DAB sei bereits zum Zeitpunkt der Einführung technisch veraltet gewesen, auf dem Markt seien keine Endgeräte verfügbar und falls doch, würden diese zu überteuerten Preisen angeboten. Überhaupt sei die Hörerschaft mit dem analogen Angebot auf UKW rundum zufrieden und gar nicht an der Anschaffung eines Digitalradio Empfängers interessiert.
Inzwischen beläuft sich die installierte Basis an DAB+ Radios in der Schweiz auf rund 600‘000 Geräte, welche in der Deutschschweiz den Zugriff auf 24 verschiedene Radioprogramme in rauschfreier Qualität erlauben. Die neuesten Zahlen von Publica Data/Mediapulse bescheinigen den via DAB+ verbreiteten Programmen einen kräftigen Hörerzuwachs. Der Digitalradio Markt Schweiz stellt mittlerweilen eine nicht mehr zu ignorierende Grösse dar.
Dieser Trend ist auch den Veranstaltern etablierter Privatradio Programme nicht entgangen. Nachdem Energy Zürich und Radio Basel ihre Programme schon seit geraumer Zeit über den Deutschschweizer DAB+ Layer verbreiten, zeigen nun weitere Programmanbieter Interesse an einer DAB+ Verbreitung. Radio Top, welches bereits mit Top Two auf dem DAB+ Layer zu finden ist, will künftig auch das Hauptprogramm auf diese Weise ausstrahlen. Selbiges gilt auch für Radio Central, welches als Eigentümer von Radio Eviva ebenfalls schon auf positive Erfahrungen mit Digitalradio blicken kann. Und selbst der Evangeliums Rundfunk, welcher seine Hörer mit dem LifeChannel ebenfalls über Digitalradio erreicht, möchte die gute Ausgangslage von DAB+ nutzen, um einen weiteren Kanal zu lancieren. Mit Radio 24, Radio 105, Radio Argovia und Radio Sunshine bekunden weitere veritable Veranstalter ein Interesse an einer baldigen Aufschaltung.
Die Verhandlungen um die letzten freien Plätze laufen derweilen auf Hochtouren. Noch in diesem Quartal sollen alle Plätze belegt sein. Logisch, dass nun auch das Spiel von Angebot und Nachfrage zu greifen beginnt. Angesichts dieser Ausgangslage hat sich dieser Tage denn auch prompt ein erster Akteur wieder vom Ensemble der SwissMediaCast AG verabschiedet. Open Broadcast konnte beim sich abzeichnenden Preiskampf offenbar nicht mehr mithalten, obschon sich das Programm nicht zuletzt auch dank seiner Kooperation mit den unabhängigen UNIKOM Radios bestimmt noch weiter entwickelt hätte. Die DAB+ Verbreitung des Programms wurde schliesslich mit sofortiger Wirkung eingestellt. Open Broadcast soll sodenn auch zu einer offenen und neutralen Drehscheibe ausgebaut werden, welche den 18 UNIKOM Radios Zugang zu kostenloser Musik gewährleisten wird.
Zwar ist es ausgesprochen bedauerlich, dass die Chance nicht genutzt wurde, die Digitalradio Plattform von SwissMediaCast für neue Spartenprogramme zu öffnen und dadurch mehr Vielfalt sowie neue Impulse zu schaffen. Das Medium Radio wäre bestimmt noch wesentlich attraktiver geworden. Trotzdem hat das Digitalradio seinen Siegeszug ein für allemal angetreten. Die bevorstehende Aufschaltung der Mainstream Programme liefert den besten Beweis dazu.
Eingestellt von digiradio um 00:30
Labels: DAB, DAB+, Lokalradio, Spartenradio
Samstag, 28. August 2010
Radio 24 auf DAB? Let's Rock!
Anlässlich des diesjährigen RadioDays war zu vernehmen, dass die Pläne der TAMEDIA Gruppe, mit ihren zwei Programmen "Radio 24" und "Capital FM" den HD Radio Betrieb aufzunehmen, offenbar verworfen wurden. Stellt sich jetzt die Frage, ob damit das Thema Digitalradio für die TAMEDIA Gruppe gänzlich vom Tisch ist, oder ob man stattdessen auf den DAB+ Standard setzen will und plötzlich auf dem Layer der SwissMediaCast in Erscheinung treten wird.
Unbestritten ist, dass "Radio 24" eine ganz Starke Marke im Schweizer Radiomarkt darstellt. Eine Präsenz der Brand "Radio 24" auf dem DAB+ Layer würde die Bedeutung von Digitalradio in der Schweiz sicherlich unterstreichen. Allerdings fragt es sich, ob mit der Aufschaltung des "Radio 24" Hauptprogramms bei den HörerInnen tatsächlich ein spürbarer Nutzen erzeugt werden kann. Im Grossraum Zürich kann "Radio 24" schon heute über verschiedene UKW Frequenzen empfangen werden. Mit DAB+ wäre das Programm auch ausserhalb von Zürich in guter Qualität zu empfangen.
Viel spannender wäre es jedoch, TAMEDIA würde den "Radio 24 Rockchannel" auf DAB+ bringen. Dem SwissMediaCast Layer fehlt nämlich unter anderem ein Format genau dieses Genres. Die ganze Deutschschweiz käme somit in den Genuss eines frei aus der Luft empfangbaren Rocksenders. Der "Radio 24 Rockchannel" könnte sich - angereichert mit Nachrichten und Wortbeiträgen von "Radio 24" - ganz schnell aus seinem Schattendasein als Webradio entfernen und dürfte dabei wohl sehr rasch eine eigene Fangemeinde hinter sich scharen. Auch für die Werbetreibenden wäre ein entsprechendes Format ausgesprochen interessant, könnte doch der "Radio 24 Rockchannel" jeweils gegen Aufpreis als Option zu einer Kampagne auf "Radio 24" gebucht werden.
Eingestellt von digiradio um 16:32
Labels: DAB+, HD Radio, Lokalradio, Spartenradio
Sonntag, 15. August 2010
Digitalradio: Content is King
Radio hören gehört zu unserem Alltag. Die überwiegende Mehrheit der HörerInnen nutzt das Radio vornehmlich als klassisches Begleitmedium. Man/frau stellt sein Radio ein, lässt sich von Musik beschwingen und bleibt dabei stets über die wichtigsten Ereignisse des Tages informiert.
Dennoch verändert sich das Medium Radio. Nicht zuletzt das Internet gab dem Radio ganz neue Impulse. Das Radio aus dem Netz ermöglicht plötzlich den Zugriff auf mehr als 10'000 Sender. Programme aus der ganzen Welt sind per Knopfdruck zugänglich. Das Internet bietet Raum für unzählige Spartenradios, welche die Liebhaber von ganz bestimmten Genres per Livestream bedienen können. Heute ist die Auswahl aus dem Internet so gross, dass wohl viele HörerInnen vor der daraus resultierenden Unübersichtlichkeit resignieren und wieder zum angestammten Programm greifen. Hinzu kommt noch das Podcasting, welches eine Art "Radio on Demand" darstellt und den gezielten Abruf von bereits ausgestrahlten Produktionen erlaubt. Die gezielte Nutzung des Mediums Radio wird mit dem Podcasting ganz wesentlich vereinfacht.
Und welche Rolle spielt da noch das Digitalradio? Vor gut 10 Jahren startete die SRG SSR idée suisse mit ersten Ausstrahlungen im DAB Standard. Jahrelang beschränkte sich die Verbreitung dieses digitalen Angebots auf die grössten Ballungszentren, bis sich der Ausbau auf die ganze Schweiz erstreckte und schliesslich vor gut einem Jahr mit der Migration auf den neuen DAB+ Standard begonnen wurde. Heute liegt die installierte Basis bei geschätzten 500'000 DAB+ Geräten. Genaue Zahlen kennt leider niemand.
In weiten Teilen der Deutschschweiz können heute dank DAB+ bereits 25 Radioprogramme empfangen werden. Richtigen Auftrieb erhielt DAB+ Digitalradio gegen Ende 2008, als die DRS Musikwelle die Verbreitung über den Landessender Beromünster einstellte und fortan seinen Weg zu den HörerInnen digital findet. Die Nachfrage nach Digitalradios stieg einen Moment lang sprunghaft an. Obschon die DRS Musikwelle bereits seit Jahren auch via Kabel, Satellit oder Internet gehört werden kann, zeigte sich das Bedürfnis nach mobilen resp. standortunabhängigen Empfangsmöglichkeiten. Das Beispiel der DRS Musikwelle zeigt überdies exemplarisch, dass auch ein Spartenradio seinen festen Platz als Begleitmedium einnehmen kann. Hunderttausende von HörerInnen sahen sich motiviert, ein digitales Empfangsgerät zu erwerben, um ihr bevorzugtes Radioprogramm weiterhin auf ganz einfache Weise empfangen zu können.
Heute stellt sich die Frage, welche weiteren Impulse notwendig sind, damit das Digitalradio zusätzliche HörerInnen dazu gewinnen kann. Es ist wohl nicht die Werbung, welche hier an erster Stelle stehen muss. Gewiss, die Abdeckung ist heute gewährleistet und die rauschfreie Qualität steht über jener des analogen UKW Radios. Darüber muss auch das avisierte Publikum Bescheid wissen. Entscheidend für den weiteren Erfolg ist aber ein ganz anderer Faktor: Die Auswahl an vielfältigen Programmen. Dem Digitalradio ist nicht geholfen, wenn bereits über UKW empfangbare Lokalradios auch via DAB+ verbreitet werden. Dieser Schritt steht sicherlich noch an, doch sollte damit zugewartet werden, bis auch regionale DAB+ Layer zur Verfügung stehen. Zum heutigen Zeitpunkt ist es jedoch viel wichtiger, dass der überregionale DAB+ Layer mit neuen Programmfarben gefüllt wird. Verschiedene Genres sind heute noch gar nicht vertreten, obschon sie dafür sorgen könnten, dass ganz neue Zielgruppen erschlossen werden.
Und wo bleiben jetzt die Programme, welche neue Sparten wie beispielsweise Dance, Rock, Country, Oldies oder Musica Latina bedienen könnten? Die Hauptproblematik liegt derzeit in den verhältnismässig hohen Verbreitungskosten. Hier ist aktive Unterstützung gefragt! Statt weitere finanzielle Mittel in teure Plakat- und TV-Kampagnen oder auch in Wettbewerbe zu stecken, sollten endlich Wege gefunden werden, wie die Verbreitungskosten für interessierte Veranstalter gesenkt werden können. Es ist die Vielfalt des Angebotes, welche dem Digitalradio neue Hörer bescheren wird! Hier gilt es anzusetzen, damit die Entwicklung des Digitalradios weiterhin erfolgreich verlaufen wird - in der Schweiz, aber auch in allen anderen europäischen Märkten.
Eingestellt von digiradio um 12:42
Labels: DAB, DAB+, Spartenradio, Technologiefranken
Samstag, 14. August 2010
Radio Streetparade auf DAB+?
Während eines guten Monats können in der Region Zürich zwei interessante Veranstaltungsradios auf UKW empfangen werden. Radio Streetparade und Rundfunk.FM versorgen die Region Zürich gleich über je zwei UKW Frequenzen mit ihren einzigartigen Beats.
Schade, dass seitens der Digitalradio Lobby überhaupt keine Anstrengungen unternommen werden, um solche Formate über die noch freien Kapazitäten im DAB+ Layer zu verbreiten. Die Ausstrahlung wäre ohnehin zeitlich befristet und würde es diesen Veranstaltungsradios ermöglichen, auch über die Stadtgrenzen von Zürich hinaus gehört zu werden. Positiver Nebeneffekt: Die ganze Deutschschweiz hätte etwas davon und DAB+ Digitalradio käme obendrein noch zu ganz guter PR. Hier böte sich eine einmalige Gelegenheit, um Digitalradio mit einem minimalen Aufwand ins Bewusstsein der Leute zu bringen.
Eingestellt von digiradio um 09:53
Labels: DAB, DAB+, Spartenradio
Samstag, 28. November 2009
Muss sich das Radio wieder neu erfinden?
In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Radio zunehmend in ein und die selbe Richtung. Nur noch durchformatierte Mainstream Programme waren angesagt. Die groessten Hits aller Zeiten und das Beste von morgen. Der Slogan wurde zum Programm und galt lange Zeit als das Ticket zum Erfolg.
Wie fast alles in der Welt scheint sich nun aber auch dieser Trend totgelaufen zu haben. Die kommende Generation hoert gelangweilt weg und selbst die Jugend von einst, welche sich seinerzeit lautstark fuer freies Radio eingesetzt hat, reissen die zunehmend stromlinienfoermigen Hitwellen nicht mehr vom Hocker. Nun fuehren zwei von damals - Roger Schawinski und juengst auch Christian Heeb - endlich was neues im Schilde. Radio fuer Erwachsene soll die neue Losung zum Erfolg heissen. Nach Radio 1 aus Zürich gibt es nun also mit Radio Basel bereits den zweiten Privatsender, welcher ganz neue Toene einschlagen will.
Noch nicht ganz zwei Jahre nach der Lancierung von Radio 1 und erst wenige Wochen nach dem Start von Radio Basel scheint sich nun aber zu zeigen, dass der Weg wohl steiniger werden duerfte, als urspruenglich angenommen. Natuerlich muss erst noch abgewartet werden, wie sich die Hoererzahlen entwickeln werden. Dennoch sei schon ein Fazit erlaubt: Die Krux liegt wohl nicht zuletzt auch in der Musik! Die Geschmaecker lassen sich im Gegensatz zu frueher fast nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner bringen. In Zeiten des MP3 Players koennen sich alle ihrer ganz persoenlichen Spartenmusik bedienen, wenn sie denn unbedingt Musik hoeren wollen. Und so zeigt sich denn - zumindest bei Radio 1 - auch schon wieder der Trend, das Musikformat erneut einem moeglichst breiten Gusto anzupassen.
Es stellt sich die Frage, ob sich die muendigen Hoerer ueberhaupt noch von einem Format des Genres "Musik und Information" begeistern lassen. Wahrscheinlich braucht es fuer ein Erfolgsrezept noch einiges mehr. Radio sollte wieder mehr Charakter zeigen. Personality ist gefragt. Und Radio darf auch ruhig wieder polarisieren, um wahr und vor allem auch ernst genommen zu werden. Schawinskis Doppelpunkt waere ein hervorragendes Beispiel, doch braucht es eben mehr davon!
Neidisch blicke ich da nach Frankreich, wo sich gleich mehrere Programme mit einem Talk Format ein festes Publikum gesichert haben. Man mag jetzt sagen, dass die Schweiz fuer ein derartiges Format viel zu klein sei. Doch niemand spricht davon, rund um die Uhr die reine Wortschiene zu fahren. Einen Talk am Morgen, ein Journal um die Mittagszeit, dann eine Debatte am Nachmittag und wieder ein Journal zum Abend. Vielleicht noch ein Call-In Format in die Nacht hinein, moeglichst in Kooperation mit einem privaten TV-Sender, der um diese Zeit ohnehin die selben Gewinnspiele ausstrahlt, die es schon auf drei anderen Kanaelen zu sehen gibt. Ein nationales Privatprogramm mit einem ganz eigenen Gesicht haette durchaus Chancen, sich von anderen Stationen hervorzuheben und dem Medium Radio wieder eine neue Perspektive zu geben.
Eingestellt von digiradio um 16:39
Labels: Lokalradio, Spartenradio
Montag, 23. November 2009
Neue Konzepte für HD Radio?
Nachdem der Feldversuch von Radio Sunshine erfolgreich abgeschlossen werden konnte, steht in der Schweiz mit HD Radio ein weiterer digitaler Standard vor der Einfuehrung. Das BAKOM verabschiedete juengst die rechtlichen Rahmenbedingungen und erteilte dem Vorhaben gruenes Licht. Der Regelbetrieb von HD Radio ist somit in der ganzen Schweiz ab 2010 grundsaetzlich moeglich.
HD Radio wird es konzessionierten Veranstaltern von regionalen Privatradios erlauben, ihre UKW Frequenzen auch digital zu nutzen. Neben dem Hauptprogramm werden diese Veranstalter ueber ihre UKW Frequenz ein eigenes Zusatzprogramm sowie ein Programm eines Drittanbieters im digitalen Modus ausstrahlen duerfen. Bereits haben mit Capital FM (Bern), Radio Argovia (Mittelland), Radio Sunshine (Innerschweiz) sowie Radio 24 und Radio 1 (beide Zürich) die ersten Veranstalter ihr Interesse an HD Radio signalisiert.
Heute schon darf man gespannt sein, welche neuen Programme die partizipierenden Veranstalter fuer deren digitales Engagement lancieren wollen. Genau wie bei DAB (Digital Audio Broadcasting), wird naemlich auch der neue Standard vor der Herausforderung stehen, die richtigen Zugpferde an Bord zu bringen, damit moeglichst viele Hoerer zum Kauf eines Empfangsgeraetes motiviert werden koennen. HD Radio werde die Beduerfnisse der bestehenden lokalen Veranstalter in idealer Weise abdecken. Doch wurden bei diesen Ueberlegungen auch die Beduerfnisse der Konsumenten beruecksichtigt?
Letztendlich wird der Kunde schon bald im Laden stehen und sich neu fuer einen von zwei Standards entscheiden muessen (es sei denn, es gibt eines schoenen Tages auch fuer HD Radio & DAB+ entsprechende Kombigeraete). Weiss der Kunde schon, welches Programm er explizit hoeren will, so hat er seine Wahl bereits getroffen. Will er jedoch einfach ein digitales Radiogeraet, damit ihm eine Alternative zum ewigen Einheitsbrei geboten wird, so steht er vor der Wahl, ob er nun ein Geraet erwerben will, welches ihm rund 20 digitale Kanaele (DAB+) oder eben deren 3 - 4 bescheren wird (HD Radio). Preislich werden sich die Geraete ohnehin schnell einmal auf gleichem Niveau bewegen.
Fuer die privaten Veranstalter gilt es nun also, die richtigen Konzepte zu entwickeln und die potentiellen Hoerer mit neuen Formaten zu HD Radio zu locken. Die SwissMediaCast AG ihrerseits - als Betreiberin des privaten DAB+ Layers - hat indes schon erste Spartenprogramme an Bord. Doch auch die SwissMediaCast steht vor der Herausforderung, den Angebotsmix noch interessanter zu gestalten und diesen um Formate anzureichern, welche die Aufmerksamkeit weiterer Zielgruppen auf sich ziehen werden.
Eingestellt von digiradio um 23:10
Labels: DAB+, HD Radio, Lokalradio, Spartenradio
Freitag, 11. September 2009
DAB Digitalradio ist auch Radio für Erwachsene
Der Aufschalttermin für den neuen DAB+ Layer rückt immer näher. Am 15. Oktober 2009 ist es nun soweit. Das bestehende Programmpaket für die Deutschschweiz wird um ein zweites Paket ergänzt. Allmählich werden nun auch die Namen der neuen Sender bekannt gegeben, welche dieses neue Ensemble umfassen wird.
Eines steht heute schon fest: DAB Digitalradio erreicht ein anspruchsvolles Publikum, welches mehr erwartet, als ihm das analoge UKW Spektrum bieten kann. Heute schon werden Liebhaber von Klassik und Jazz mit den unmoderierten Nonstop Programmen Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz bedient. Ausserdem verbreitet Schweizer Radio DRS schon jetzt alle seine Radioprogramme über diese Plattform, darunter auch das neue Nachrichten- und Informationsprogramm DRS 4 News. Und bekanntlich hat die DRS Musikwelle Ende letzten Jahres ebenfalls seine neue Heimat auf DAB Digitalradio gefunden, als der Landessender Beromünster nach über 70 Betriebsjahren abgeschaltet wurde.
Jetzt stehen weitere Schritte bevor. Ende 2009 werden die beiden Programme RSR La Première und RTSI Rete Uno auf den neuen DAB+ Standard migriert. Das schafft Platz im ersten Ensemble fuer das englisch-sprachige Vollprogramm World Radio Switzerland (WRS), welches in Genf von SRG SSR idée suisse in Zusammenarbeit mit der BBC produziert wird.
Damit aber nicht genug. Möglicherweise werden weitere Programme ins neue Ensemble kommen, an welcher die anspruchsvolle Hörerschaft Freude haben dürfte. So wird allgemein damit gerechnet, dass das französisch-sprachige Programm Option Musique ebenfalls auf den neuen Layer geschaltet wird und somit in Zukunft auch in der Deutschschweiz zu hören sein wird.
Aus den Reihen der Privatradios werden unter anderem der Life Channel von ERF Schweiz sowie Radio Top Two mit seinem Musikmix der 60er, 70er, 80er und 90er Jahre mit an Bord sein. Ausserdem will Radio Eviva sein volkstümliches Programm aufschalten, welches wie Radio Top Two und der Life Channel bisher nur über Kabel oder Internet zu hören waren. Mit von der Partie ist zudem der Open Broadcast Channel, ein interessantes Projekt, welches sich auch klar vom Mainstream abhebt.
Digitalradio ist also nicht nur Radio für die Generation von morgen, welche aber selbstverständlich ebenfalls voll auf seine Kosten kommt. DAB Digitalradio bietet jetzt und in Zukunft einen interessanten Strauss unterhaltsamer und informativ hochstehender Programme. Digitalradio ist eben auch Radio für Erwachsene.
Eingestellt von digiradio um 13:23
Labels: DAB, DAB+, Spartenradio
Freitag, 24. Juli 2009
PublicaData Hörerzahlen: Alles beim Alten in der Schweiz?
Auch wenn die Erhebung der neusten Publica Data Hörerzahlen unter veränderten Bedingungen stattgefunden hat, änderte sich eigentlich nur herzlich wenig an den Resultaten. Aus den Reihen der Privatsender dominieren offensichtlich einmal mehr die ganz einfach gestrickten Programme, welche mit kurzer Rotation und vertrauter Musik das ganz breite Publikum ansprechen. Die Rechnung scheint voll aufzugehen: Die Positionen sind belegt, Marktwachstum ist so gut wie ausgeschlossen, es lebe der Verdrängungskampf!
Und welche Chancen haben dabei jene Programme, welche sich von diesem Mainstream absetzen und dem Hörer etwas mehr als nur Berieselung bieten wollen? Es gibt sie, doch sind die Hörerzahlen dieser Anbieter zuweilen recht bescheiden. Zwar werden da ganz interessante Konzepte umgesetzt, doch die Zahl der Hörer bleibt auf das angepeilte Segment beschränkt und auch territorial bewegen sich diese Sender meist auf ganz engem Raum.
Die hiesige Radiolandschaft und die damit verbundenen medienpolitischen Machtverhältnisse werden sich nur dann ändern, wenn dem Publikum auf einfache Weise neue Programme zugänglich gemacht werden, die spannende Inhalte und anspruchsvolle Formate produzieren. Die Freigabe von ein oder zwei nationalen UKW Frequenzketten könnte dazu beitragen, die verkrusteten Strukturen endlich aufzubrechen. Die nötigen Kapazitäten wären durchaus vorhanden, wenn die Sprachaustausch Programme von SRG SSR idée suisse komplett auf das vorhandene digitale DAB Netz migriert würden.
Eine stattliche Anzahl weiterer Programmplätze bietet zudem das neue DAB+ Ensemble, welches diesen Herbst in den Regionen Basel, Bern und Zürich startet und sukzessive auf die ganze Deutschschweiz ausgedehnt wird. Schon heute findet sich auf den Digitalradio Frequenzen eine Reihe interessanter Programme abseits des Mainstream. Ausserdem erhält das bestehende digitale Programmpaket per Ende Jahr mit der Aufschaltung des englischsprachigen World Radio Switzerland weiteren Zuwachs.
Die Hörerschaft eben dieser Spartenprogramme hat für sich bereits jetzt eine Alternative zum durchformatierten Gute-Laune-Programm gefunden und weiss die angebotene Vielfalt schon heute sehr zu schätzen. Nicht wenige Besitzer eines Digitalradio Geräts entschlossen sich bereits zum Kauf eines Zweit- oder sogar Drittgeräts. Und genau diese Klientel würde neue Programme, welche für sich in Anspruch nehmen, von besonders herausragendem Format zu sein, ausgesprochen dankbar aufnehmen.
Eingestellt von digiradio um 13:58
Labels: DAB, DAB+, Spartenradio
Freitag, 26. Juni 2009
Deutschland: VPRT sagt Nein zu mehr Vielfalt im Radio
Wirklich ueberraschend kam diese Meldung ja nicht! Das Engagement der Privatsender Deutschlands war bereits von Beginn weg darauf ausgelegt, den eigenen Machterhalt zu zementieren, um moeglichst kein neues Terrain fuer frische Konkurrenz aufkommen zu lassen. Es war in den ganzen Jahren nicht uebersehbar, dass die VPRT Sender bezueglich Digitalradio stets mit einem Fuss auf der Bremse standen. Zwar wurden dankend staatliche Foerdergelder entgegen genommen, um den Eintritt in die digitale Radiowelt vorzubereiten. Doch keiner der privaten Veranstalter fiel auch nur ansatzweise mit einem innovativen Projekt auf; sei es bezueglich Inhalt / Programm Format oder in Bezug auf PR und Bekanntmachung.
Kein Wunder, konnte da der Erfolg eben nicht greifen. Zweifelsohne waren die Rahmenbedingungen in Deutschland alles andere als optimal. Technisch wie politisch war das Unterfangen gepraegt von fundamentalen Fehlentscheiden! DAB Digitalradio wurde insbesondere in Deutschland als eine Technologie verkauft, welche das analoge UKW Radio ersetzen wuerde. Andere Länder, in welchen DAB Digitalradio auf eine durchaus akzeptable Hoererschaft blicken kann, setzten da auf einen ganz anderen Weg: DAB etablierte sich hier als Ergaenzungsmedium. Ob in UK, Daenemark oder der Schweiz: Nationale Spartenprogramme mit eigenem Profil haben ganz neue Hoererkreise an sich gebunden.
Natuerlich reiben sich heute die Verantwortlichen in den privaten Chefetagen genuesslich die Schenkel. Die Gefahr durch neue Konkurrenz scheint nun endgueltig gebannt. Dabei scheint man/frau aber klar zu verkennen, dass sich die Hoergewohnheiten kommender Generationen ganz grundsaetzlich veraendert haben. Ob es in ein paar Jahren wirklich noch reichen wird, ganz einfach die besten Songs aller Zeiten zu spielen, wird sich wohl weisen muessen. Eine radioverdrossene Jugend greift schon heute vornehmlich zum MP3 Player. Fragt sich bloss, ob die werbetreibende Wirtschaft den bevorstehenden Hoererschwund einfach so hinnehmen wird? Die Privatsender haben es leider versaeumt, neue Formate und somit auch neue Maerkte zu entwickeln. Die User von morgen werden sich daher wohl aus dem Internet bedienen und ihre bevorzugten Inhalte eben dort finden. Ob es aber gelingen wird, ein tragfaehiges Geschaeftsmodell fuer Radio aus dem Internet zu entwickeln, bleibt mehr als fraglich. DAB+ boete die Chance, diesem Dilemma zu entkommen.
Eingestellt von digiradio um 00:25
Labels: DAB, DAB+, Spartenradio
Sonntag, 2. November 2008
Zementierte Radiolandschaft
Nun ist also die Katze aus dem Sack. Die letzten der strittigen Radio Konzessionen, die den Anspruch auf UKW Verbreitung, aber auch den Zugang zum Gebuehrentopf regeln, wurden am Freitag gesprochen. Da und dort gibt es jetzt Arbeit fuer die Juristen, doch im grossen und ganzen ist nun wieder klar festgelegt, wer in welcher Region bis 2019 auf Sendung bleiben darf.
Bundesrat Moritz Leuenberger und das BAKOM betonten immer wieder, bei der Selektion insbesondere den Erhalt einer vielfaeltigen Medienlandschaft in den Vordergrund zu stellen. In Zuerich, wo ja insgesamt fuenf Konzessionen erteilt wurden, mag das ja zu einem gewissen Teil noch zutreffen. Roger Schawinski hat mit Radio 1 sicherlich einen Kontrapunkt in einem sehr eintönigen und mainstream-lastigen Umfeld gesetzt. Auch was die journalistische Leistung seiner Crew anbelangt, sticht sein neustes Projekt in der Tat sehr positiv hervor.
Aber was ist in den anderen Regionen?
Nehmen wir nur einmal Basel als Beispiel. Hier bleibt alles beim alten. Die beiden bisherigen Anbieter Radio Basilisk und Radio Basel 1, welche sich von Format und Inhalt kaum unterscheiden, koennen also fuer weitere zehn Jahre vor sich her dudeln. Das Projekt von Christian Heeb, welches im Ansatz jenem von Radio 1 sehr aehnlich war, wurde vom BAKOM abgeschmettert. In vielen anderen Regionen kam es erst gar nicht zur Debatte. Es gab hier jeweils so viele Bewerber wie zu vergebende Konzessionen. Zum lokalen Hitdudler gesellt sich in diesen Regionen bestenfalls noch ein nicht-kommerzielles Programm mit etwas multikulturellem Anstrich.
Und wo ist jetzt die versprochene Vielfalt?
Auf UKW sucht man die wirkliche Vielfalt somit auch in den naechsten zehn Jahren vergebens. Radio, wie es im analogen UKW Band verbreitet wird, duerfte weiterhin ein reines Hintergrundmedium bleiben. Auch wenn die Kreise jener, welche nun die begehrte UKW Konzession in der Tasche haben, ganz gerne behaupten, die digitalen Technologien seien tot, bietet sich eben doch nur das Digitalradio als Garant fuer mehr Vielfalt im Radio an. Die etablierten Veranstalter haetten wohl zu gerne, wenn ihnen nun waehrend einem weiteren Jahrzehnt keine weitere Konkurrenz erwachsen wuerde. Dabei scheinen sie die Augen zu verschliessen und nicht wahrhaben zu wollen, dass sich die Beduerfnisse der heranwachsenden Generation und unserer multimedialen Gesellschaft weiter veraendern werden. Internet Radio schafft heute schon Zugang zu einer grenzenlosen Vielfalt. Digitales Radio wird dabei helfen, einen Teil dieser Vielfalt auch mobil - also unabhaengig von Kabel und Satellit - zugaenglich zu machen. In der Schweiz wurde in den vergangenen Jahren viel Vorarbeit geleistet, damit DAB resp. DAB+ zu einem Erfolg werden kann. Heute schon offeriert das DAB Angebot Perlen, nach welchen man/frau im herkoemmlichen Radio vergebens sucht. Mit der Einfuehrung des zweiten Ensembles auf Basis von DAB+ wird dem audiovisuellen Einheitsbrei erst recht eine Alternative entgegen gesetzt.
Eingestellt von digiradio um 09:51
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Sonntag, 26. Oktober 2008
Rettet Radio Multikulti!
Nachdem Ende letzten Jahres Radio Tropic vom Zürcher Aether verschwunden ist, kam diesen Fruehling die naechste Hiobsbotschaft fuer die Freunde des multikulturellen Radios. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat damals beschlossen, radiomultikulti per Ende 2008 einzustellen und stattdessen Funkhaus Europa des WDR auf der Berliner Frequenz 96.3 MHz zu verbreiten.
Allmaehlich rueckt nun das drohende Ende naeher. Berlin und die Welt des Radios werden damit um einen einzigartigen Sender aermer. Im Zeitalter immer aehnlicher toenender Mainstream Programme ist es besonders bedauerlich, wenn wieder ein Farbtupfer der Radiolandschaft verschwinden wird.
Mit dem Freundeskreis radiomultikulti bildete sich in den letzten Monaten eine Gegenbewegung, welche die bevorstehende Abschaltung verhindern will. Diese Gegenbewegung findet nun auch immer mehr Zuspruch aus Kreisen der Politik. Der RBB veranstaltet mit radiomultikulti das spannendste Hoerfunkprogramm der ARD. Das Format haette Potential, landesweit und ueber die Grenzen hinaus zu einer Institution zu werden. radiomultikulti muesste zum festen Bestandteil des geplanten deutschlandweiten Digitalradio Pakets gehoeren. Flucht nach vorn, lieber RBB, das waere jetzt angesagt, wenn die oeffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihr Profil auch in Zukunft erhalten wollen!
Eingestellt von digiradio um 18:37
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Mittwoch, 17. September 2008
Wann startet 105 ein Ländler Radio?

Am 8. Oktober wird 105 Chef Giuseppe Scaglione wieder mal einen neuen Kanal starten. Rock Nation heisst sein juengstes Baby, welches unser Land rund um die Uhr via Kabel, Satellit und Internet mit Musik aus der Sparte Rock versorgen will.
Auch zu diesem Anlass soll wieder eine Party steigen. Als Location fuer diesen Special Event wurde das Palavrion gebucht.
Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Radio 105 auch noch eine Ländlerwelle ins leben rufen wird - frei nach dem Motto "105 Folk". Als Kulisse fuer diesen Launch wuerde ich gleich das Saint Germain in Züri vorschlagen.
Na dann los, Headbangers! Jetzt aber zuerst die alte Jeans Jacke hervor holen und ab ins Palavrion!
Eingestellt von digiradio um 23:05
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Sonntag, 13. Januar 2008
Landesweite UKW Frequenzen versteigern
Das Gerangel um die ausgeschriebenen Konzessionen fuer insgesamt 41 lokale Radioveranstalter zeigt es eigentlich ganz deutlich: Die gute alte Ultrakurzwelle (kurz: UKW) ist noch lange nicht tot.
Auch fuer mich steht ausser Frage, dass UKW wohl so ziemlich jede neue Technolgie ueberleben wird. Die Praesenz von UKW ist in fast jedem Land dieser Erde dermassen dominant, dass daneben neue Technologien gerademal als Ergaenzungsmedium eine Existenzberechtigung haben. Doch trotz dieser starken Position bleiben die Moeglichkeiten fuer die weitere Entwicklung des Mediums Radio beschraenkt, sollte man in Zukunft ausschliesslich auf diese analoge Technologie setzen. Das Medium Radio wird nicht darum herum kommen, sich den veraenderten Hoerergewohnheiten kommender Generationen zu stellen, will es denn auch in Zukunft noch existieren.
Die Ressource UKW ist und bleibt also ein wertvolles Gut. Da frage ich mich ernsthaft, ob nicht zumindest ein Teil dieser Ressource dazu dienen koennte, neue Technologien - und damit die Zukunft des Mediums Radio - so richtig in Schwung zu bringen. Aehnlich wie in anderen Laendern koennten doch auch hierzulande zwei ueberregionale Frequenzketten zur Versteigerung freigegeben werden. In Laendern wie Daenemark, Holland oder Ungarn konnten auf diese Weise groessere Millionenbetraege geloest werden. Natuerlich muesste dieser Erloes direkt in den Aufbau neuer digitaler Ressourcen gesteckt werden, wodurch auch andere, weniger finanzkraeftige Anbieter auf nationaler Ebene aktiv werden koennten.
Konkret koennte ich mir vorstellen, dass die beiden Frequenzketten von RSR La Première und RSI Rete Uno zur Versteigerung freigegeben wuerden, waehrend die SRG SSR idée suisse mit einem Teil des Erloeses ein zweites ueberregionales DAB resp. DAB+ Paket veranstalten koennte, ueber welches dann saemtliche Programme aus dem Hause SRG verbreitet wuerden. Der andere Teil des Erloeses ginge in den Aufbau von zwei bis drei weiteren Paketen, welche ausschliesslich von privaten Veranstaltern genutzt werden. Ausserdem muessten die beiden Halter der privaten UKW Frequenzketten ihr (Haupt-)Programm auch in diesen digitalen Paketen verbreiten, um deren Attraktivitaet weiter zu steigern. Und je nach dem, wie hoch der Erloes aus diesen Versteigerungen ausfallen wuerde, koennten sogar noch Mittel zur Subventionierung von Programmen fuer Minderheiten freigemacht werden.
Schon heute braeuchte es mutige und unkonventionelle Massnahmen, um das Radio auch in Zukunft als starkes Medium zu erhalten!
Eingestellt von digiradio um 17:08
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Sonntag, 9. Dezember 2007
Neue UKW Konzessionen: Die Branche hat ein Problem
Es ist so wie beim beliebten Kindergarten Spiel: Da sind 55 Kinder, die wild umher tollen, bis die Lehrerin letztendlich "Stop" ruft und sich die Kiddies auf einen der 41 freien Plaetze stuerzen. Fuer alle, die dann leer ausgegangen sind, ist das Spiel halt eben aus.
Gewiss, die Radioszene muss sogar dringend neu aufgemischt werden. Da und dort gilt es wahrhaftig verkrustete Strukturen zu zerschlagen. Einige der neu eingegebenen Konzessionsgesuche scheinen dabei wirklich recht spannend zu sein und wuerden die heutzutage mangelnde Vielfalt in unserer Radiolandschaft wohltuend bereichern. Aber nochmals: Nicht für alle Bewerber hat es einen Platz!
Nicht ausreichend Platz hat es deshalb, weil die Kapazitaeten im UKW Frequenzspektrum nur limitiert vorhanden sind. Selbst wenn die Frequenzplanung nochmals neu in die Hand genommen wuerde und der heute grassierenden Verschwendung der Ressource "UKW Frequenz" Einhalt geboten wird, kaeme dies wohl nur einem zeitlichen Aufschub des Problems gleich.
Beim Fernsehen, wo die Digitalisierung bereits etwas weiter fortgeschritten ist und immer mehr Spartenprogramme angeboten werden, hat sich eine Veraenderung der Sehgewohnheiten bereits stark bemerkbar gemacht. Auch beim Radio sind entsprechende Beduerfnisse aus den Reihen der Hoerer nicht von der Hand zu weisen. Die Branche wird diesem Beduerfnis gerecht werden muessen, will sie kuenftige Generationen nicht vollstaendig an iPods, MP3 Player oder ans Internet Radio verlieren. Die analoge UKW Technologie wird diesem Beduerfnis nie und nimmer gewachsen sein.
Es waere also jetzt ein gewisser Mut zur Veraenderung gefragt. Vielseitigkeit, wie sie die Hoerer in Zukunft fordern werden, koennen digitale Technologien schon heute anbieten. Mit dem zweiten DAB Ensemble, welches gegen Ende 2008 gestartet wird, duerfte sicherlich ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung getan werden. Doch sollten diese Bemuehungen jetzt noch viel weiter gehen.
Statt den grosszuegig ausgesprochenen Gebuehrenanteilen, welche gemaess neuem RTVG auch jenen privaten Veranstaltern zu gute kommen, welche eben die wertvolle Ressource "UKW Frequenz" nutzen, sollte nun endlich ein "Technologiefranken" in die Foerderung digitaler Technologien gesteckt werden. Kaemen die potentiellen Privatradiobetreiber lediglich in den Genuss der Haelfte des in Aussicht gestellten Gebuehrensplittings, waehrend auch Anteile fuer die Betreiber von digitalen Spartenformaten winken, wuerde hier wohl eine ganz andere Dynamik entstehen.
Eingestellt von digiradio um 11:51
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Sonntag, 28. Oktober 2007
DRS 4 News: Endlich Newsradio für die Schweiz!
Im Halbstundentakt, rund um die Uhr, immer informiert. Der Name ist Programm. Fest im Programm sind dabei auch etablierte, allseits beliebte Newsformate wie Rendez-Vous, das Tagesgespraech, Info 3 und natuerlich das Echo der Zeit. Und Abends finden schliesslich die grossen Themenschwerpunkte sowie Hintergrundmagazine ihren festen Platz. Viel bewaehrtes also, konzentriert in einem einzigen Gefaess. DRS 4 News wird so zur ersten Adresse für schnelle und kompetente Information.
Ein Szenario, das ich mir schon seit Jahren wuensche, wird nun endlich Realitaet. Sechs der zwoelf im aktuellen DAB Ensemble verbreiteten Programme sind Spartenradios. Mit DAB Digitalradio haben wir jetzt ueberall Zugang zu Spartenradios. Nicht nur im Internet - sondern auch aus der Luft.
Eingestellt von digiradio um 00:39
Labels: DAB, Spartenradio
