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Samstag, 28. August 2010

Radio 24 auf DAB? Let's Rock!

Anlässlich des diesjährigen RadioDays war zu vernehmen, dass die Pläne der TAMEDIA Gruppe, mit ihren zwei Programmen "Radio 24" und "Capital FM" den HD Radio Betrieb aufzunehmen, offenbar verworfen wurden. Stellt sich jetzt die Frage, ob damit das Thema Digitalradio für die TAMEDIA Gruppe gänzlich vom Tisch ist, oder ob man stattdessen auf den DAB+ Standard setzen will und plötzlich auf dem Layer der SwissMediaCast in Erscheinung treten wird.

Unbestritten ist, dass "Radio 24" eine ganz Starke Marke im Schweizer Radiomarkt darstellt. Eine Präsenz der Brand "Radio 24" auf dem DAB+ Layer würde die Bedeutung von Digitalradio in der Schweiz sicherlich unterstreichen. Allerdings fragt es sich, ob mit der Aufschaltung des "Radio 24" Hauptprogramms bei den HörerInnen tatsächlich ein spürbarer Nutzen erzeugt werden kann. Im Grossraum Zürich kann "Radio 24" schon heute über verschiedene UKW Frequenzen empfangen werden. Mit DAB+ wäre das Programm auch ausserhalb von Zürich in guter Qualität zu empfangen.

Viel spannender wäre es jedoch, TAMEDIA würde den "Radio 24 Rockchannel" auf DAB+ bringen. Dem SwissMediaCast Layer fehlt nämlich unter anderem ein Format genau dieses Genres. Die ganze Deutschschweiz käme somit in den Genuss eines frei aus der Luft empfangbaren Rocksenders. Der "Radio 24 Rockchannel" könnte sich - angereichert mit Nachrichten und Wortbeiträgen von "Radio 24" - ganz schnell aus seinem Schattendasein als Webradio entfernen und dürfte dabei wohl sehr rasch eine eigene Fangemeinde hinter sich scharen. Auch für die Werbetreibenden wäre ein entsprechendes Format ausgesprochen interessant, könnte doch der "Radio 24 Rockchannel" jeweils gegen Aufpreis als Option zu einer Kampagne auf "Radio 24" gebucht werden.

Montag, 23. November 2009

Neue Konzepte für HD Radio?

Nachdem der Feldversuch von Radio Sunshine erfolgreich abgeschlossen werden konnte, steht in der Schweiz mit HD Radio ein weiterer digitaler Standard vor der Einfuehrung. Das BAKOM verabschiedete juengst die rechtlichen Rahmenbedingungen und erteilte dem Vorhaben gruenes Licht. Der Regelbetrieb von HD Radio ist somit in der ganzen Schweiz ab 2010 grundsaetzlich moeglich.

HD Radio wird es konzessionierten Veranstaltern von regionalen Privatradios erlauben, ihre UKW Frequenzen auch digital zu nutzen. Neben dem Hauptprogramm werden diese Veranstalter ueber ihre UKW Frequenz ein eigenes Zusatzprogramm sowie ein Programm eines Drittanbieters im digitalen Modus ausstrahlen duerfen. Bereits haben mit Capital FM (Bern), Radio Argovia (Mittelland), Radio Sunshine (Innerschweiz) sowie Radio 24 und Radio 1 (beide Zürich) die ersten Veranstalter ihr Interesse an HD Radio signalisiert.

Heute schon darf man gespannt sein, welche neuen Programme die partizipierenden Veranstalter fuer deren digitales Engagement lancieren wollen. Genau wie bei DAB (Digital Audio Broadcasting), wird naemlich auch der neue Standard vor der Herausforderung stehen, die richtigen Zugpferde an Bord zu bringen, damit moeglichst viele Hoerer zum Kauf eines Empfangsgeraetes motiviert werden koennen. HD Radio werde die Beduerfnisse der bestehenden lokalen Veranstalter in idealer Weise abdecken. Doch wurden bei diesen Ueberlegungen auch die Beduerfnisse der Konsumenten beruecksichtigt?

Letztendlich wird der Kunde schon bald im Laden stehen und sich neu fuer einen von zwei Standards entscheiden muessen (es sei denn, es gibt eines schoenen Tages auch fuer HD Radio & DAB+ entsprechende Kombigeraete). Weiss der Kunde schon, welches Programm er explizit hoeren will, so hat er seine Wahl bereits getroffen. Will er jedoch einfach ein digitales Radiogeraet, damit ihm eine Alternative zum ewigen Einheitsbrei geboten wird, so steht er vor der Wahl, ob er nun ein Geraet erwerben will, welches ihm rund 20 digitale Kanaele (DAB+) oder eben deren 3 - 4 bescheren wird (HD Radio). Preislich werden sich die Geraete ohnehin schnell einmal auf gleichem Niveau bewegen.

Fuer die privaten Veranstalter gilt es nun also, die richtigen Konzepte zu entwickeln und die potentiellen Hoerer mit neuen Formaten zu HD Radio zu locken. Die SwissMediaCast AG ihrerseits - als Betreiberin des privaten DAB+ Layers - hat indes schon erste Spartenprogramme an Bord. Doch auch die SwissMediaCast steht vor der Herausforderung, den Angebotsmix noch interessanter zu gestalten und diesen um Formate anzureichern, welche die Aufmerksamkeit weiterer Zielgruppen auf sich ziehen werden.

Freitag, 9. November 2007

Digitalradio erst jetzt massentauglich

Einmal mehr verweist NZZ Online auf die Problematik der verschiedenen Digitalradio Standards.

Es muss vielleicht einmal festgehalten werden, dass vor acht Jahren nur ganz wenige DAB Radios in Serie produziert wurden und auch das Programm Angebot damals nicht gerade einen Zusatznutzen generierte. Beides hat sich in juengster Zeit ganz wesentlich veraendert. Heute kann aus rund 100 DAB Receivern gewaehlt werden und neue Formate wie DRS 4 News bereichern das Angebot. Betrachtet man auch diese Faktoren, ist die Bilanz 50'000 verkaufter Receiver gar nicht so schlecht.

Das Engagement der Privatradios mit HD Radio verstehe ich primaer als Machterhalt. Wie in den USA geht es hier hauptsaechlich darum, die bisher genutzten UKW Frequenzen weiterhin selber zu kontrollieren. Ob die spaeter angebotenen Zusatzprogramme einmal tatsaechlich genutzt werden, ist dabei eher sekundaer. Der Fokus wird bei den Privaten auf dem "Hauptprogramm" bleiben. Andere Standards wie DRM, DRM+ oder FM Extra werden kaum je die Masse ansprechen.

Laengerfristig duerften im Europaeischen Markt wohl "Kombi Empfaenger" das Rennen machen. Diese werden neben DAB/DAB+ auch HD Radio und Internet Radio wiedergeben koennen. Natuerlich wird als "Notnagel" auch noch ein UKW Modul integriert sein. Erste entsprechende Geraete fuer DAB & Internet Radio gibt es bereits. Fuer DAB+ werden dieselben ab 2008 folgen; mit integriertem HD Radio wohl ab 2009. Vorher ist ja noch gar kein Markt fuer HD Radio da.