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Sonntag, 12. Dezember 2010

HbbTV: Funkstille bei Cablecom

Mit HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) etabliert sich erstmals ein Standard, mit welchem die seit längerem beschworene Verschmelzung von Fernsehen und Internet endlich Realität werden dürfte. Anlässlich der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA Berlin) starteten verschiedene öffentlich-rechtliche und private Veranstalter ihren HbbTV Regelbetrieb.

Aehnlich wie beim Teletext resp. Videotext erfolgt die Verbreitung der HbbTV Dienste gemeinsam mit dem TV Signal des jeweiligen Programmveranstalters. In einer sog. AIT Tabelle wird dabei die jeweilige Internet Adresse hinterlegt, über welche interaktive Zusatzdienste wie Mediatheken für Video on Demand etc. abrufbar sind. Stehen bei einem Programm entsprechende Dienste zur Verfügung, weist das Red Button Symbol jeweils automatisch auf die verfügbaren Angebote hin. Die Verbreitung von HbbTV erfolgt in einem ersten Schritt via Satellit. In einzelnen Regionen Deutschlands wird HbbTV inzwischen auch terrestrisch (also via DVB-T) ausgestrahlt. Die Verbreitung über deutsche Kabelnetze ist in Vorbereitung.

Da Swisscom TV als IPTV basierendes Angebot nur über eine proprietäre Settop Box zugänglich ist, bleibt es wohl ziemlich unwahrscheinlich, dass die offenen HbbTV Signale jemals über diesen Anbieter verteilt werden. Ganz anders präsentiert sich die Situation jedoch beim DVB-C basierenden digitalen Kabelfernsehen. Unter dem Stichwort „Hybrid-TV“ weist hier sogar der Verband Schweizerischer Kabelnetzbetreiber (Swisscable) auf seiner Website ihr-kabelnetz.ch aktiv auf HbbTV und die damit verbundenen Möglichkeiten hin. Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, HbbTV sei bereits heute fester Bestandteil des Angebots hiesiger Kabelnetze.

Um mich zu vergewissern, dass ich über das Kabelnetz in meiner Region tatsächlich in den Genuss von HbbTV Diensten kommen kann, erkundigte ich mich bereits mehrfach nach dem aktuellen Stand der Dinge. Als inzwischen langjähriger Kunde von Swisscom TV kann ich leider nicht beurteilen, inwiefern sich der Service von Cablecom tatsächlich zum guten gewendet hat. Skeptisch stimmt mich jedenfalls der Umstand, dass ich auf meine inzwischen drei (!) schriftlichen Anfragen bei Cablecom sowie einer weiteren Anfrage bei Swisscable noch immer keine Antwort erhalten habe. Gemessen an diesem doch recht schwachen Pre-sales Service lässt sich nämlich nicht gerade darauf schliessen, dass es um die Kundenfreundlichkeit der Schweizerischen Kabelnetzanbieter tatsächlich so viel besser steht, wie man uns in letzter Zeit glaubhaft machen will. Zudem wage ich zu bezweifeln, dass hybrides Fernsehen tatsächlich schon seinen Weg in unsere Kabelnetze gefunden hat.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Cablecom Collection ade?

Eigentlich wollte ich mich nur mal kurz in einem UE Geschaeft etwas umsehen, als ich von einem gepflegten juengeren Herrn angesprochen werde. Der junge Mann wollte mir die Vorteile von Cablecom digital-tv erklaeren, worauf ich ihm erwiderte, dass ich der Cablecom eben erst den Ruecken kehren musste und mein Anschluss naechstens plombiert werden duerfte. Auf mein Argument, dass mich Bluewin TV wunderbar mit franzoesischsprachigen Programmen bedienen kann, waehrend dies bei Cablecom eben nicht moeglich ist, da diese ja die Kapazitaeten lieber fuer den "strategischen Vorteil" des analogen Angebots verwenden, blieb der gute Mann erst einmal ganz ruhig. Im Verlauf unseres Gespraechs habe ich ihn dann etwas beruhigt und ihm gesagt, dass ich mir das Angebot von Cablecom digital-tv gerne wieder naeher anschauen werde, sobald der Engpass behoben sei und auch Cablecom in der Lage ist, mit einem entsprechenden Line-Up aufzuwarten.

Der junge Herr meinte darauf hin, dass ich mir das Angebot dann aber ganz genau anschauen muesse, da sich naechstes Jahr wohl etwas aendern werde. Er sprach davon, dass ich im Verlauf des naechsten Jahres nur noch fuer jene Kanaele etwas bezahlen muesse, die ich auch wirklich sehen wolle. Dabei geht er wohl davon aus, dass ich weniger tief als bisher in die Tasche greifen muss, wenn ich mir mein Paket selber zusammen stelle.

Schoene Aussichten, nicht wahr? Und was ist, wenn ich mir ein moeglichst vielfaeltiges Paket zusammen stellen will? Nun, wir werden sehen, mit welchen kreativen Ideen uns die Strategen von Cablecom und Konsorten koedern oder gar halten wollen! Ich fuer meinen Teil hoffe auf ein weiterhin umfangreiches Grundangebot, so wie mir dies Bluewin TV von Swisscom heute schon bietet. Selbstverstaendlich duerfte es aber auch noch etwas mehr sein ;-)

Dienstag, 30. September 2008

Cablecom Digital TV: Chance für nächste Strategieumkehr

Nachdem der Nationalrat am Montag die "Motion Sommaruga" gegen die "Verschüsselung im digitalen Kabelnetz" an die zustaendige Kommission zurueck gewiesen hat, stehen wir jetzt also wieder auf Feld Null. Ein gutes halbes Jahr ist es her, als Cablecom Chef Rudolf Fischer ganz ploetzlich verkuenden liess, dass analoges TV ein Wettbewerbsvorteil sei. Die Aussage ueberraschte, kaempfte doch Cablecom zuvor jahrelang um die moeglichst rasche Einstellung des analogen Fernsehens zugunsten dringend noetiger Kapazitaeten fuer Digitalfernsehen. Erst als durch Beschluss des Bundesrats die sogenannte "Must-Carry-Regelung" in Kraft gesetzt wurde, welche den Kabelnetz Betreibern die analog zu verbreitenden Kanaele vorschreibt, hielt das erwaehnte Umdenken auch in den Chef Etagen der Cablecom Einzug.

Nun haette Herr Fischer gleich nochmals die Gelegenheit, der Forderung der Stiftung Konsumentenschutz den Wind aus den Segeln zu nehmen. Koennte sich Cablecom endlich dazu durchringen, zumindest das Basis-Angebot - also die in der Must-Carry-Regelung definierten Programme - unverschluesselt auszustrahlen, wuerde zwar das "Set-Top Box Monopol" fallen, doch haette Cablecom ganz ploetzlich haufenweise neue Digital TV Kunden. Gewiss, diese bezahlen natuerlich nicht einen einzigen zusaetzlichen Cent, wenn diese nun ihre auf dem freien Markt erstandenen Set-Top Boxen ans Kabelnetz anschliessen. Doch Cablecom - welche ja erst vor kurzem den eigenen Promotionskanal "Info Channel" eingestellt hat - koennte den neuen Kommunikationsweg des offenen digitalen TV Angebots dazu nutzen, den potentiellen Digital TV Kunden mal so richtig den Speck durch den Mund zu ziehen.

Die neuen Kunden wuerden also bei einem automatischen Sendersuchlauf alle offenen Must-Carry-Programme zu sehen bekommen. Darueber hinaus boete das digitale Frequenzspektrum durchaus wieder Platz fuer den Info Channel - diesmal ganz einfach digital. Ausserdem koennten die verschluesselten Programme, welche heute zum "digital tv basis" Paket gehoeren, waehrend einer Art "Happy Hour" (z.B. von 19 - 20 Uhr) ebenfalls unverschluesselt angezeigt werden. Der eine oder andere Kunde wuerde dann mit Sicherheit in einem dieser Programme haengen bleiben und prompt vor der Mattscheibe sitzen, wenn's dann ploetzlich spannend wird. Es versteht sich von selbst, dass jegliche Zusatzdienste und auch der Support weiterhin nur fuer die Kunden der offiziellen Box zugaenglich sind. Daher bin ich ueberzeugt, dass wohl sehr rasch zahlreiche dieser neuen Kunden ganz von alleine auf die offizielle Box "migrieren" wuerden.

Also, Herr Fischer, vielleicht waere gerade jetzt der richtige Zeitpunkt da, um die Strategie wieder einmal zu ueberdenken!

Mittwoch, 10. September 2008

Eurosport HD - 6:4 fuer Cablecom


Noch bis vor kurzem hatte Bluewin TV die Nase vorn, wenn es um HDTV übers Kabel geht. Heute aber hat Cablecom zurueck geschlagen und gleich zwei neue HDTV Programme aufgeschaltet: arte HD und Eurosport HD. Damit erhöht sich die Zahl der bei Cablecom angebotenen HDTV Kanäle auf 6, während Bluewin TV weiterhin mit deren 4 auf dem Markt ist. Ob Swisscom bald zum Gegenschlag ausholen wird?

Weitere Infos bei Digital TV Info.

Samstag, 1. März 2008

HDTV startet jetzt erst recht durch

HDTV maessig ueberschlagen sich derzeit regelrecht die Ereignisse. So vollzog juengst die ProSiebenSat.1 Media Group ihren vorlaeufigen Rueckzug aus deren HDTV Aktivitaeten, waehrend es mal wieder die oeffentlich-rechtlichen Anstalten richten sollen. Und das tun sie auch. HD suisse beispielsweise will kraeftig Gas geben. Als programmliche Highlights werden der Eurovision Song Contest, die Fussball EM und natuerlich auch die Olympischen Sommerspiele aus Peking in HDTV Qualitaet uebertragen. Das wird dem Sender mit Sicherheit massiv Auftrieb geben. Zigtausende Besitzer von Full-HD und HD-ready LCD Fernsehern warten ja geradezu sehnsuechtig darauf, dass es endlich mehr HDTV Content zu sehen gibt. Seitens SRG SSR idée suisse geht man/frau sogar noch einen Schritt weiter. Die Planung sieht vor, dass ab 2012 saemtliche TV-Kanaele aus dem Hause SRG zumindest via Satellit in HDTV verbreitet werden.

Cablecom duerfte dann wohl bereits wieder ein anderes Problem haben. Mit der eben verkuendeten Strategie ins Abseits, wonach das Angebot an analogen Kanaelen zementiert werden soll, da dieses ja einen "Wettbewerbsvorteil" darstellen soll, sind die naechsten Kapazitaetsengpaesse wie bereits erwaehnt vorprogrammiert. Swisscom hat da mit Bluewin TV schon ganz andere Moeglichkeiten. Dank Einsatz einer IPTV-basierenden Technologie sind die Kapazitaeten eigentlich unbegrenzt.

Dass nun auch ARD und ZDF just ihre eigenen HDTV Plaene publik gemacht haben, koennte sich Bluewin TV nun ebenfalls zu nutze machen. ARD und ZDF planen naemlich den HDTV Regelbetrieb am 12. Januar 2010 aufzunehmen. Bis dahin wollen die Anstalten in verschiedenen "Showcases" Erfahrungen mit der neuen Technologie sammeln. So wird beipielsweise die ARD ueber die Ostertage das Programm "EinsFestival" in HDTV ausstrahlen. Bluewin wuerde eigentlich jetzt ueber die notwendigen Kapazitaeten verfuegen, um diese temporaeren Showcases jeweils zu verbreiten. Dies wuerde der Swisscom erlauben, die Moeglichkeiten von Bluewin TV auch in den Medien in ein besseres Licht zu stellen und marketing-technisch voll auszuschlachten. Cablecom haette wohl jedesmal das Nachsehen.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Cablecom: Strategie ins Abseits

Heute schicke ich nun also meine Cablecom Vertragskuendigung ab. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass Cablecom just am Mittwoch verkuendete, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr die Umsatzmilliarde geknackt hat und ich deswegen einen Kontrapunkt setzen moechte. Nein, es ist vielmehr die Perspektivlosigkeit in Bezug auf die weitere Entwicklung des Angebots; aber auch der Umstand, dass ich nun selbst beim Konkurrenten Swisscom/Bluewin TV hochaufloesendes Fernsehen (sprich HDTV) haben kann, was ja noch bis vor wenigen Tagen gar nicht moeglich war. Bei Bluewin TV erhalte ich zudem schon seit laengerem Zugang zu einem viel breiteren Angebot an franzoesisch-, italienisch- und auch englischsprachigen Programmen. Und das notabene noch zum guenstigeren Tarif! Cablecom hingegen habe ich schon mehrmals angefragt, wann denn endlich auch Programme wie RTL9, TMC, AB1 oder die britischen BBC3 + 4 sowie ITV3 + 4 ins Angebot kommen. Eine Antwort auf meine Anfragen habe ich nie erhalten.

Wenn ich mir die juengste Entwicklung beim fuehrenden Kabelnetzbetreiber der Schweiz so anschaue, habe ich sowieso das Gefuehl, dass sich diesbezueglich so schnell nichts aendern wird. Im Gegenteil: Zwar sollen die Netzkapazitaeten weiter ausgebaut werden, doch will man/frau ja vorlaeufig keine analogen Programme mehr aus dem Netz nehmen. Gegenueber dem Tagi spricht Cablecom Chef Rudolf Fischer sogar davon, dass das Analog-TV ein Wettbewerbsvorteil sei! Na dann Gute Nacht, lieber Fortschritt!

Es fragt sich sowieso, ob denn Cablecom mit dem Betrieb seiner digitalen Plattform auf Basis von DVB-C nicht ohnehin auf dem falschen Dampfer sitzt. Mit dem strategischen Grundsatzentscheid, wonach eben das heutige analoge Angebot weiterhin beibehalten werden soll, sind die naechsten Kapazitaetsengpaesse de facto vorprogrammiert. Ab 2010 wollen verschiedenste Sender ihre Programme als HDTV Kanaele verbreiten. Basierend auf DVB-C duerfte die Verbreitung dieser neuen HDTV Programme eine Unmenge an Bandbreite verschlingen. Die Kapazitaeten, welche Video on Demand-Dienste beanspruchen wuerden, will ich erst gar nicht erwaehnen. Swisscom ist auf der anderen Seite viel freier, weil die IPTV basierende Technologie eigentlich keine Grenzen kennt, was die Anzahl uebertragbarer Programme betrifft. Und selbst Swisscom wird das Angebot ausbauen muessen, da ja auch hierzulande neue Provider an den Start gehen werden, welche sich eben dieser IPTV Technologie bedienen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Cablecom immer erst dann damit beginnt, eine Strategie zu ueberdenken, wenn es eigentlich schon viel zu spaet ist. Cablecom waere wohl gut beraten, endlich einen fixen Termin fuer die Abschaltung des analogen Fernsehens zu nennen und auf diesen Zeitpunkt ein offenes (sprich unverschluesseltes) digitales Grundangebot zur Verfuegung zu stellen, welches die heute empfangbaren Programme des Analog-TVs beinhalten wuerde. Um in ein paar Jahren nicht schon wieder hunderttausende von Kunden vor den Kopf stossen zu muessen, sollte die DVB-C basierende Plattform fuer digitales Fernsehen auf dem heutigen Stand eingefroren werden, waehrend parallel dazu eine neue Plattform - eben auf Basis von IPTV - geschaffen wird.

Montag, 21. Januar 2008

Mattscheibe bei U1 TV

Cablecom hat jetzt also den laengst ueberfaelligen Schritt vollzogen. Der Trash Sender U1 TV wurde endlich aus dem analogen Angebot entfernt, ist aber weiterhin digital auf Sendung.

Seitens U1 TV scheint man seither nichts - aber auch wirklich rein gar nichts - hinzugelernt zu haben. Erst vor einem guten Monat - damals als Reaktion auf den fuer den Sender negativen BAKOM Entscheid - meinte U1 Sprecher Peter Heeb noch, dass man Mike Shiva aus dem Programm nehmen wolle, wenn damit die Zukunft des Senders gesichert werden koennte. Der gute Mann scheint ganz offensichtlich an Gedaechtnisschwund zu leiden, wenn er heute gegenueber der Presse verlauten laesst, dass die bisherige Programmstruktur von U1 TV beibehalten werden soll.

Aber damit nicht genug. In seinen weiteren Ausfuehrungen laesst er nun seinem Frust freien Lauf und attakiert dabei namentlich Bundesrat Moritz Leuenberger. Woertlich sagt er: "Er und sein linkes Bundesamt für Kommunikation sehen lieber ausländische Sender wie EuroNews oder arte." Wenn man wirklich will, dann kann man sich auch selber disqualifizieren. Herr Heeb hat uns dies hier sehr eindruecklich demonstriert.

Wer einmal eine Minute bei einem der zitierten Sender reingeschaut hat, wird bestaetigen, dass bereits eine halbe Minute Programm von EuroNews oder arte wesentlich mehr Informationsgehalt oder Unterhaltungswert beinhaltet, als eine volle Woche bei U1 TV zu bieten haette. Ich zaehle ja auch nicht zu den Verfechtern der "Must-Carry-Regelung", bin aber schon der Meinung, dass wenn denn schon ein analoges Grundangebot erhalten werden muss, zumindest diese Programme einem gewissen qualitativen Mindestanspruch entsprechen sollten.

Freitag, 18. Januar 2008

U1 TV auf Satellit

Am Montag ist nun endlich Schluss. U1 TV kann gemaess Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom analogen Netz der Cablecom genommen werden. Der Kabelnetzbetreiber haette den Sender bestimmt schon heute abschalten koennen, duerfte sich aber wohl bis Montag zusaetzliche Zeit gegeben haben, um zumindest noch die Uebertragung der Albisgüetli Tagung geschehen zu lassen. Waere der Switch-off schon heute Abend erfolgt, haette der Unmut der Analog-Nostalgiker gewiss noch andere Kraefte auf den Plan gerufen.

Seitens U1 TV geht der Katzenjammer nun erst richtig los. Zwar werde man weiterhin digital auf Sendung bleiben, doch entspreche dies de facto einer Halbierung der Reichweite. Gemaess U1 TV entrichtete der Sender fuer die Verbreitung via Kabel jaehrlich eine Million Franken an die Cablecom. Ich denke, da sollte man sich bei U1 TV doch ernsthaft Gedanken machen, ob das eingesparte Geld kuenftig nicht gleich fuer die Verbreitung des Signals ueber Satellit verwendet werden sollte. U1 TV koennte sich auf diese Weise zu unzaehligen weiteren Quiz Sendern dieser Art gesellen und die technische Reichweite damit sogar explosionsartig steigern. Um das Abenteuer zu einem finanziellen Grosserfolg zu machen, muessten zusaetzliche Telephon Nummern fuer Anrufer aus Deutschland und Oesterreich eingerichtet werden, waehrend Mike Shiva die Moderation ab sofort wieder in Hochdeutsch fuehren wuerde. Das tat er ja schliesslich schon zu jenen Zeiten, als er sein Publikum noch via NBC Europe beglueckte.

Ein bitterer Nebengeschmack bleibt uebrigens: Durch das ganze Gezerre verzoegert sich die Aufschaltung von BBC HD bis zum 5. Februar. Aber auch hier gilt: Ende gut, alles gut!

Samstag, 29. Dezember 2007

U1 TV Switch-off: Der Countdown laeuft

Nachdem es U1 TV dank einer superprovisorischen Verfügung durch das Bundesgericht gelungen ist, den analogen Switch-off noch bis zum 7. Januar 2008 hinaus zu zoegern, kommt nun endlich das Todesurteil. Wie das "Schweizer Sportfernsehen" und STAR TV melden, soll ersteres in Zukunft über zweiteres ausgestrahlt werden! Die beiden neuen Partner orientierten heute über die erzielte Uebereinkunft. Das Schweizer Sportfernsehen bleibt somit allen "Analog-Nostalgikern" auch in Zukunft erhalten, wenn auch auf anderer Frequenz.

Nun gibt es definitiv keinen Grund mehr, weshalb U1 TV weiterhin analog ausgestrahlt werden muesste. Endlich werden nun zusaetzliche Kapazitaeten fuer weitere digitale Dienste frei (u.a. BBC HD)!

Da U1 TV mit dem Wegfall des Sportfensters den einzigen auch nur ansatzweise verwertbaren Content verliert, duerfte es wohl noch viel dramatischer um die Zukunft des Trash-Senders stehen. Und weil es U1 TV straeflich vernachlaessigt hat, seine Anhaenger auf digital zu trimmen, finden sich dann wohl auch die paar wenigen Stammzuschauer irgendwo im Nirvana. Wer weiss, vielleicht wurde der Vertrag mit Shiva ja inzwischen tatsaechlich gekuedigt und auch dieser taucht dann wieder bei STAR TV auf?

Bleibt zu hoffen, dass U1 TV seine Segel irgendwann gleich gaenzlich streichen muss. Dadurch wuerde sogar ein zusaetzlicher Platz im Digital TV frei, der dann ebenfalls mit einem anspruchsvolleren Programm belegt werden koennte.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

BBC HD statt U1 TV

Nach dem Entscheid des BAKOM meldet sich jetzt auch Cablecom zu Wort. In einer Pressemitteilung laesst diese verlauten, dass die durch die Abschaltung von U1 TV frei werdende Kapazitaet ab 22. Januar 2008 u.a. fuer die Verbreitung von BBC HD genutzt wird. Die analoge Verbreitung von U1 TV wird gemaess dieser Medienmitteilung bereits am 21. Dezember 2007 eingestellt. Keine Zeit also fuer Mike Shiva, sich ausgiebig zu verabschieden.

BAKOM vs. U1 TV: Jetzt schon Weihnachten

Es ist wie ein Geschenk vom Himmel. Das BAKOM laesst sich nicht irrefuehren und faellt heute den einzig richtigen Entscheid: Cablecom muss U1 TV nicht mehr weiter im analogen Netz verbreiten. Bahn frei also fuer weitere Kapazitaeten zugunsten des digitalen Fernsehens. Insbesondere was die Aufschaltung weiterer HDTV Kanaele betrifft, wird sich die Situation somit schon frueher entspannen. Cablecom plant ja, die Bandbreite der Kabelnetze landesweit zu erhoehen, kann nun aber schon kurzfristig auf zusaetzlich frei werdende Ressourcen greifen.

Wirklich laecherlich sind da die Aussagen von U1 TV Sprecher Peter Heeb gegenueber 20 Minuten. Wie Heeb sagt, waeren die Vertraege mit Anbietern sogenannter "telephonischer Mehrwertdienste" (also Abzock-TV mit Mike Shiva beispielsweise) gekuendigt worden, "wenn wir gewusst hätten, dass sich das Bakom an diesen stört" (O-Ton). Weiter fuegt er hinzu, dass der Vertrag mit Mike Shiva noetigenfalls gekuendigt wird. Schliesslich meinte er noch, dass jeder Vertrag kuendbar waere, wenn er das Weiterleben des Senders gefaehrdet. Von sehr viel unternehmerischer Weitsicht zeugen Aussagen wie diese ja nicht gerade. Vielleicht hat Heeb aber auch ganz einfach zu viel in das eigene Programm geschaut. Das entschuldigt schon vieles.

Anyway, was wuerde es aendern, wenn Shiva keinen Platz mehr bei U1 TV haette? An der Qualitaet des Programms wuerde sich ja wohl kaum merklich was verbessern.

Ich lasse jedenfalls die Korken springen, wenn's denn soweit ist. Freue mich jetzt schon darauf, das Ende aufzuzeichnen und eigenhaendig bei YouTube reinzustellen.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Orange: Triple-Play in Reichweite!

Mit 55 Testhaushalten gaben Orange und das Elektrizitaetswerk der Stadt Zuerich (EWZ) heute den Startschuss fuer ihr Pilotprojekt. Bis Ende Maerz 2008 soll dieser Test laufen. Die teilnehmenden Haushalte kommen in dieser Zeit kostenlos in den Genuss von Ultra-Highspeed-Internet (20 Mbit/s), Digital TV, Video-on-Demand, TV Recorder, Voice over IP und auch Mobiltelephonie. Danach will Orange mit einem Einstiegsangebot aufwarten, welches gemaess Orange Chef Andreas Wetter "deutlich unter 100 Franken pro Monat" liegen soll!

ewz.zürinet seinerseits will die Infrastruktur schrittweise ausbauen, um so weiteren Providern Anschluss an ein "neutrales Netz" zu bieten. Dieses soll allen interessierten Telekom Unternehmen "diskriminierungsfrei" zur Verfuegung gestellt werden, ohne dass dabei das EWZ eigene Dienstleistungen anbieten wuerde.

Na endlich! Damit ist jetzt erstmals freier Markt im Festnetz in Sicht! Mal sehen, mit welchen Angeboten Cablecom und Swisscom darauf reagieren werden.

Sonntag, 28. Oktober 2007

U1 TV raeumt seinen Platz!

Zu frueh gefreut! Leider beschraenkt sich dieser freiwillige Rueckzug auf etwas ganz anderes, als etwa auf den viel diskutierten analogen Programmplatz.

Worum geht's? Da findet sich heute ein ganz interessanter Hinweis im Klein Report. So tritt also U1 TV seine 150 VBZ Boxenstandorte fuer die hauseigene Zeitschrift "Free TV" an die Gratiszeitung .ch ab, um dafuer im Gegenzug in dessen Programmteil integriert zu werden.

Eine sehr gute Loesung! Gewinner ist vor allem der Konsument, welcher jetzt nach 20 Minuten und heute auch .ch an zahlreichen Standorten auf dem Platz Zuerich mitnehmen kann und dadurch Zugang zu wohl anspruchsvollerem Content bekommt, als bei der Zeitschrift "Free TV".

Warum kann dieses Beispiel nicht Schule machen? Soll doch U1 TV auch seinen analogen Platz frei machen, um dann im Gegenzug im Teletext der neuen Sender mit dessen Programm erwaehnt zu werden! Fragt sich halt bloss, auf welches Programm da hingewiesen werden soll. Etwa auf Mike Shiva?

Sonntag, 14. Oktober 2007

Liebe Sunrise: Kommt jetzt Triple Play?

In der NZZ am Sonntag spricht Sunrise Chef Christoph Brand davon, dass er sein Unternehmen "auf Angriff ausrichten" und dabei den Erzrivalen Swisscom in Bedraengnis bringen will.

Ich frage mich einfach, wie er das genau anstellen will. Als Festnetz Kunde stehen mir heute mit Swisscom und Cablecom grademal zwei Anbieter zur Auswahl, welche mir alle relevanten Dienste aus einer Hand offerieren koennen. Triple Play heisst dieses Zauberwort, welches mich mit Internet, Festnetz Telephonie und eben auch Digital TV versorgt.

Wie wir alle erst kuerzlich erfahren haben, will nun aber Cablecom den Ausbau seines Digital TV Programmangebots de facto sistieren, wo doch 2008 keine weiteren analogen Programme geopfert werden sollen. Der Fokus liege auf dem Ausbau der Kapazitaeten, heisst es so schoen. Es wird also vorlaeufig nichts aus den Plaenen, weitere Programme ins digitale Angebot zu nehmen. Steht mir also als Alternative einzig und alleine Swisscom zur Verfuegung, wo mir mit Bluewin TV heute schon eine groessere Auswahl an Sendern aus Frankreich (RTL9, TMC, AB1 etc.) oder auch UK (z.B mit BBC 3, BBC 4, ITV 3 + 4) angeboten werden.

Es lohnt sich, mal einen Blick nach Frankreich zu werfen. Da liefern sich gleich eine Handvoll Triple Play Anbieter einen richtigen Konkurrenzkampf. Herr Brand, soll sich "die neue" Sunrise wirklich als eine Alternative zu Swisscom etablieren, muessen Ihr Unternehmen auch in dieser Richtung etwas bieten koennen!