Freitag, 6. Juni 2008

digiradio blog 4 iPhone

digiradio blog gibt's ab sofort auch fuer unterwegs! Meine Kommentare zum aktuellen Geschehen aus der Welt der Medien sind jetzt auch vom Handy aus abrufbar. Eine fuer mobile Endgeraete optimierte Version von digiradio blog ist jetzt unter dieser URL verfuegbar:

http://digiradio.mofuse.mobi

Fuer noch schnelleren Zugriff koennen iPhone User zudem ein Bookmark in Form eines digiradio Logos auf dem Home Screen platzieren.

Montag, 12. Mai 2008

Starthilfen fuer DAB+

Verlaeuft alles nach Plan, so wird im Fruehjahr 2009 das deutsch-schweizerische DAB+ Ensemble seinen Betrieb aufnehmen. Im Gegensatz zum bestehenden DAB Ensemble, welches ausschliesslich von SRG SSR idée suisse betrieben wird, umfasst das neue Ensemble vornehmlich Programme von privaten Veranstaltern. Acht private Anbieter halten eine entsprechende Konzession und haben daher Anspruch auf die Verbreitung eines Programms auf dieser Plattform. Daneben wird aber auch die SRG SSR idée suisse zwei Programme ueber das neue Ensemble ausstrahlen duerfen. Neben diesen Programmen bleibt dann noch Platz fuer weitere Veranstalter, welche durch den Betreiber der neuen Plattform - die SwissMediaCast - bestimmt werden koennen.

Je naeher nun der angepeilte Zeitpunkt fuer den Start rueckt, umso mehr draengt sich die Frage nach der Finanzierung dieser Plattform auf. Die Veranstalter erwarten immense Betriebskosten und es fragt sich ernsthaft, ob denn jeder dieser Veranstalter ueber ausreichende finanzielle Ressourcen fuer dieses Engagement verfuegt. Damit das neue Ensemble und damit DAB+ zu einem Erfolg wird, braucht es unbedingt neue Inhalte und Formate. Mehr Programmvielfalt wird zum schlagenden Argument, mit welchem die Hoerer auf die neue Technologie aufmerksam gemacht werden sollen.

Ein Ausweg aus dieser drohenden Pattsituation koennte der schon frueher ins Gespraech gebrachte "Technologie Franken" darstellen. Allerdings wuerde das bedeuten, dass wohl auch der Anteil aus dem Gebuehrensplitting zu Gunsten der konzessionierten UKW Privatradios gekuerzt werden muesste. Um es gar nicht soweit kommen zu lassen, wird sich gewiss Widerstand aus den Reihen der etablierten Privatradios formieren, zumal diesen ja mit der digitalen Plattform nur wieder neue Konkurrenz erwaechst.

Eine andere Moeglichkeit waere aber auch, dem Zugpferd in Sachen Digitalradio - der SRG SSR idée suisse - noch mehr Platz einzuraeumen. Die SRG verfuegt ueber einige interessante und vor allem sehr abwechslungsreiche Programme, welche dieses neue Ensemble in idealer Weise ergaenzen koennten. Neben dem bereits gesetzten WRS (World Radio Switzerland) koennten durchaus auch Formate wie Option Musique, Couleur 3 und Rete 3 ihren Platz finden. Ausserdem koennten auch Loop-Streams wie jener des Kinderradios (DRS Pirando) oder einer fuer MX3 geschaffen werden, welche dem DAB+ Ensemble mit Sicherheit neue Hoerer bescheren wuerden.

Samstag, 3. Mai 2008

Interessanter TV-Bericht: Quoten, Klicks und Kohle

Vor kurzem habe ich erwaehnt, dass die Praesenz oeffentlich-rechtlicher Radio- und TV-Veranstalter im Internet nicht nur in der Schweiz, sondern auch im europaeischen Ausland zu reden gibt. In diesem Zusammenhang zeigte der SWR kuerzlich einen sehr interessanten Beitrag unter dem Titel "Quoten, Klicks und Kohle".

Die Sendung bringt die Problematik wirklich auf den Punkt: Verwehrt man/frau den oeffentlich-rechtlichen Anbietern ein aktives Engagement im Internet, wird deren langfristige Existenz hochgradig gefaehrdet. Oeffentlich-rechtliche Anstalten wie SRG, ARD, ZDF oder der ORF tun gut daran, sich fuer eine Ausweitung ihrer Online Aktivitaeten stark zu machen und sich auch hier weniger auf die Quote, sondern noch mehr auf die Qualitaet zu konzentrieren.

Der Beitrag wird in diesen Tagen bei SWR- und NDR-Fernsehen wiederholt.

Freitag, 11. April 2008

Mehr SRG braucht das Netz

Die Kontroverse, ob sich nun oeffentlich-rechtliche Sendeanstalten aktiv im Internet betaetigen duerfen oder eben bei Radio und Fernsehen zu bleiben haben, kommt immer wieder auf's Parkett. Das ist nicht nur hierzulande so, nein, diese Frage wird auch in unseren Nachbarlaendern immer wieder heftigst diskutiert.

In Zeiten, wo immer mehr multimediale Inhalte unseren Web Alltag praegen, wo Text sich zunehmend mit audiovisuellem Content vermischt, duerfen Medienhaeuser wie die SRG SSR idée suisse, ARD + ZDF oder der ORF nicht laenger aussen vor bleiben. Die heranwachsende Generation zieht ein komplett veraendertes Verhalten der Mediennutzung - welches ausgesprochen selektiv gepraegt ist - mit sich. Es waere fahrlaessig, Video on Demand und aehnliche Anwendungen einzig dem Quotenjournalismus - welcher ja nicht selten auf Boulevardthemen und Sensationsjournalismus ausgerichtet ist - zu ueberlassen. Im Gegenteil, auch im Netz brauchen wir oeffentlich-rechtliche Anbieter, welche hier ihre journalistische Kompetenz zum besten geben koennen.

Das Beispiel der ZDF Mediathek zeigt sehr eindruecklich, wie die Verteilung von Informationen im Netz in einer voellig neuen, innovativen Form stattfinden kann und ausserdem bereits produzierte Formate auf kostenguenstige Weise zu einer Zweitverwertung kommen koennen. Multimediale Anwendungen wie eben die besagte ZDF Mediathek werden dem veraenderten Nutzungsverhalten besonders gerecht, da Inhalte jederzeit und vor allem frei von einem Programmschema abrufbar sind. Gut zu wissen, dass die ARD ebenfalls an einer eigenen Mediathek werkelt. Warum sollte denn da die SRG SSR idée suisse nicht auch mitmachen duerfen?

Es ist daher nur richtig, wenn Radio DRS Direktor Walter Rüegg auf das enge finanzielle Korsett verweist, mit welchem der Online Bereich von SRG SSR idée suisse derzeit zu operieren hat. Das Internet als ergänzende Plattform muss sogar unbedingt aktiver ausgebaut werden, wenn Radio und Fernsehen von SRG SSR idée suisse nicht an Popularitaet einbuessen wollen. Audio on Demand als Antwort auf veraendertes Nutzungsverhalten auch beim Radio, darf nicht mehr laenger nur eine Vision bleiben. Es wird sogar hoechste Zeit, diese Plaene endlich in Taten umzusetzen. Die selben Kraefte, welche den oeffentlich-rechtlichen Anstalten heute jegliches Online Engagement streitig machen, wuerden wohl schon bald propagieren, dass die SRG den Online Zug verschlafen habe.

Samstag, 1. März 2008

HDTV startet jetzt erst recht durch

HDTV maessig ueberschlagen sich derzeit regelrecht die Ereignisse. So vollzog juengst die ProSiebenSat.1 Media Group ihren vorlaeufigen Rueckzug aus deren HDTV Aktivitaeten, waehrend es mal wieder die oeffentlich-rechtlichen Anstalten richten sollen. Und das tun sie auch. HD suisse beispielsweise will kraeftig Gas geben. Als programmliche Highlights werden der Eurovision Song Contest, die Fussball EM und natuerlich auch die Olympischen Sommerspiele aus Peking in HDTV Qualitaet uebertragen. Das wird dem Sender mit Sicherheit massiv Auftrieb geben. Zigtausende Besitzer von Full-HD und HD-ready LCD Fernsehern warten ja geradezu sehnsuechtig darauf, dass es endlich mehr HDTV Content zu sehen gibt. Seitens SRG SSR idée suisse geht man/frau sogar noch einen Schritt weiter. Die Planung sieht vor, dass ab 2012 saemtliche TV-Kanaele aus dem Hause SRG zumindest via Satellit in HDTV verbreitet werden.

Cablecom duerfte dann wohl bereits wieder ein anderes Problem haben. Mit der eben verkuendeten Strategie ins Abseits, wonach das Angebot an analogen Kanaelen zementiert werden soll, da dieses ja einen "Wettbewerbsvorteil" darstellen soll, sind die naechsten Kapazitaetsengpaesse wie bereits erwaehnt vorprogrammiert. Swisscom hat da mit Bluewin TV schon ganz andere Moeglichkeiten. Dank Einsatz einer IPTV-basierenden Technologie sind die Kapazitaeten eigentlich unbegrenzt.

Dass nun auch ARD und ZDF just ihre eigenen HDTV Plaene publik gemacht haben, koennte sich Bluewin TV nun ebenfalls zu nutze machen. ARD und ZDF planen naemlich den HDTV Regelbetrieb am 12. Januar 2010 aufzunehmen. Bis dahin wollen die Anstalten in verschiedenen "Showcases" Erfahrungen mit der neuen Technologie sammeln. So wird beipielsweise die ARD ueber die Ostertage das Programm "EinsFestival" in HDTV ausstrahlen. Bluewin wuerde eigentlich jetzt ueber die notwendigen Kapazitaeten verfuegen, um diese temporaeren Showcases jeweils zu verbreiten. Dies wuerde der Swisscom erlauben, die Moeglichkeiten von Bluewin TV auch in den Medien in ein besseres Licht zu stellen und marketing-technisch voll auszuschlachten. Cablecom haette wohl jedesmal das Nachsehen.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Cablecom: Strategie ins Abseits

Heute schicke ich nun also meine Cablecom Vertragskuendigung ab. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass Cablecom just am Mittwoch verkuendete, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr die Umsatzmilliarde geknackt hat und ich deswegen einen Kontrapunkt setzen moechte. Nein, es ist vielmehr die Perspektivlosigkeit in Bezug auf die weitere Entwicklung des Angebots; aber auch der Umstand, dass ich nun selbst beim Konkurrenten Swisscom/Bluewin TV hochaufloesendes Fernsehen (sprich HDTV) haben kann, was ja noch bis vor wenigen Tagen gar nicht moeglich war. Bei Bluewin TV erhalte ich zudem schon seit laengerem Zugang zu einem viel breiteren Angebot an franzoesisch-, italienisch- und auch englischsprachigen Programmen. Und das notabene noch zum guenstigeren Tarif! Cablecom hingegen habe ich schon mehrmals angefragt, wann denn endlich auch Programme wie RTL9, TMC, AB1 oder die britischen BBC3 + 4 sowie ITV3 + 4 ins Angebot kommen. Eine Antwort auf meine Anfragen habe ich nie erhalten.

Wenn ich mir die juengste Entwicklung beim fuehrenden Kabelnetzbetreiber der Schweiz so anschaue, habe ich sowieso das Gefuehl, dass sich diesbezueglich so schnell nichts aendern wird. Im Gegenteil: Zwar sollen die Netzkapazitaeten weiter ausgebaut werden, doch will man/frau ja vorlaeufig keine analogen Programme mehr aus dem Netz nehmen. Gegenueber dem Tagi spricht Cablecom Chef Rudolf Fischer sogar davon, dass das Analog-TV ein Wettbewerbsvorteil sei! Na dann Gute Nacht, lieber Fortschritt!

Es fragt sich sowieso, ob denn Cablecom mit dem Betrieb seiner digitalen Plattform auf Basis von DVB-C nicht ohnehin auf dem falschen Dampfer sitzt. Mit dem strategischen Grundsatzentscheid, wonach eben das heutige analoge Angebot weiterhin beibehalten werden soll, sind die naechsten Kapazitaetsengpaesse de facto vorprogrammiert. Ab 2010 wollen verschiedenste Sender ihre Programme als HDTV Kanaele verbreiten. Basierend auf DVB-C duerfte die Verbreitung dieser neuen HDTV Programme eine Unmenge an Bandbreite verschlingen. Die Kapazitaeten, welche Video on Demand-Dienste beanspruchen wuerden, will ich erst gar nicht erwaehnen. Swisscom ist auf der anderen Seite viel freier, weil die IPTV basierende Technologie eigentlich keine Grenzen kennt, was die Anzahl uebertragbarer Programme betrifft. Und selbst Swisscom wird das Angebot ausbauen muessen, da ja auch hierzulande neue Provider an den Start gehen werden, welche sich eben dieser IPTV Technologie bedienen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Cablecom immer erst dann damit beginnt, eine Strategie zu ueberdenken, wenn es eigentlich schon viel zu spaet ist. Cablecom waere wohl gut beraten, endlich einen fixen Termin fuer die Abschaltung des analogen Fernsehens zu nennen und auf diesen Zeitpunkt ein offenes (sprich unverschluesseltes) digitales Grundangebot zur Verfuegung zu stellen, welches die heute empfangbaren Programme des Analog-TVs beinhalten wuerde. Um in ein paar Jahren nicht schon wieder hunderttausende von Kunden vor den Kopf stossen zu muessen, sollte die DVB-C basierende Plattform fuer digitales Fernsehen auf dem heutigen Stand eingefroren werden, waehrend parallel dazu eine neue Plattform - eben auf Basis von IPTV - geschaffen wird.

Sonntag, 24. Februar 2008

HDTV jetzt auch bei Bluewin TV

Lange wurde spekuliert, ob auch Swisscom bis zum Start der Fussball EM mit einem HDTV Angebot aufwarten kann oder ob sie dieses Feld ueber diesen Event hinaus dem Rivalen Cablecom ueberlassen muss. Nun hat es Swisscom aber offensichtlich geschafft: Im Rahmen des Angebots Bluewin TV plus offeriert ab sofort auch Swisscom eine erste Auswahl an HDTV Programmen. Der HDTV Line-Up umfasst namentlich die Programme HD suisse, ANIXE HD, BBC HD und arte HD.