Samstag, 11. Februar 2012

850'000 DAB+ Geräte in der Schweiz


Rund 850'000 DAB+ Geräte zählte die Schweiz per Ende 2011. Nach Schätzungen der SRG soll die installierte Basis bis Mitte 2012 bei einer Million Endgeräten liegen.

Freitag, 27. Januar 2012

SwissMediaCast AG und der dritte DAB+ Layer

Wetten, dass...

...die SwissMediaCast AG den Zuschlag für den dritten Digitalradio Layer in der Deutschschweiz erhalten wird?

In seiner Interessenabklärung vom 26. Januar 2012 stellt das BAKOM folgende Vorgaben:

Interessenten für den Aufbau und Betrieb der digitalen Programmplattform gemäss der vorgehenden Ziffer 3 müssen bei ihrer Anmeldung folgende Informationen liefern:

1. Angaben über die Personen bzw. Unternehmen, welche über die wesentlichen Teile des Kapitals verfügen und im wesentlichen Umfang finanzielle Mittel zur Verfügung stellen;

2. Angaben über die beabsichtigte Zusammensetzung des Programmangebots;

3. Angaben zur technischen Ausgestaltung, zum Kostenrahmen sowie zur zeitlichen und geografischen Staffelung der Erschliessung der einzelnen Allotments;

4. glaubhafte Darlegung der Finanzierbarkeit der Investitionen und des Betriebs;

5. glaubhafte Darlegung, dass die mit der Umsetzung des Projekts betrauten Personen bzw. Unternehmen über die dafür notwendigen technischen Fähigkeiten verfügen.

Bei der vorliegenden Interessenabklärung handelt es sich nicht um eine offizielle Ausschreibung. Die Abklärung hat vielmehr zum Ziel, Interessenten für die dritte DAB-Bedeckung in der deutschen Schweiz ausfindig zu machen, die ernsthaft den Aufbau und den Betrieb der oben beschriebenen Digitalplattform in Betracht ziehen. Daher wird nicht nur eine formale Absichtserklärung erwartet, sondern eine Beschreibung des geplanten Projekts.


Die Eingabefrist laeuft bereits am 29. Februar 2012 ab. Da liegt es eigentlich auf der Hand, dass so kurzfristig eigentlich bloss die SwissMediaCast AG diese Anforderungen erfüllen kann.

Stellt sich die Frage nach der künftigen Programmbelegung: Sollte tatsaechlich wiederum die SwissMediaCast AG (Zitat: "Ein Gemeinschaftsunternehmen von SRG, Swisscom, Ringier und privaten Radioveranstaltern" ) zum Handkuss kommen, wird man unliebsamen Konkurrenten mit Sicherheit deren Tarif aufzwingen! Ob da noch Platz bleibt für Radio Tropic, Internet Radios oder gar ein Comeback von Open Broadcast sowie der backstageradio community, wage ich jetzt mal ernsthaft zu bezweifeln. Selbst bei Roger Schawinski und seiner Radio 1 AG wäre ich mir nicht sicher, ob man den SMC Tarif einfach so berappen will. Die Zusammensetzung der vermeintlichen regionalen Layer wird wohl viel mehr "neue" Formate aus den Reihen von NRJ & Co. umfassen.

DAB+ in der Schweiz oder "Wie werde ich Millionär?"

Einem zur Ausschreibung des dritten DAB+ Layers veröffentlichten Dokument des BAKOM ist zu entnehmen, dass "laut Schätzungen der SRG bis heute rund 850'000 digitale Empfangsgeräte im Umlauf" seien. Ferner heisst es darin: "Die SRG geht davon aus, dass Mitte 2012 die erste Million erreicht sein wird." Die gleiche Zielsetzung verkündete man seitens SRG schon im letzten Sommer, als die installierte Basis in der Schweiz noch bei 750'000 Units lag.

Stellt sich die Frage, woran es liegt, dass das gesteckte Ziel von einer Million Endgeräten per Ende 2011 noch nicht erreicht werden konnte? Und nicht weniger interessant scheint die Frage, weshalb man von dieser recht deutlichen Absatzsteigerung im ersten HJ 2012 ausgeht? Immerhin sollen also in den ersten 6 Monaten dieses Jahres rund 150'000 DAB+ Geräte unter die Leute gebracht werden. Oder beabsichtigt man seitens SRG allenfalls, quersubventionierte Geräte kostenlos ans Volk zu verteilen?

Aehnliche Zahlenspielereien werden wir wohl naechstens auch in Deutschland beobachten koennen, wo ja bis Ende 2015 sogar 15 Mio. Endgeräte installiert sein sollen (gem. August Ausgabe des Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk ).

Mittwoch, 31. August 2011

DAB+ in Deutschland: Stehen die Zeichen wirklich auf Erfolg?

Schon bemerkt? Bereits ist ein erster Monat vergangen, seit in Deutschland der sog. „bundesweite Digitalradio Layer“ in Betrieb genommen wurde. Okay, richtig los gegangen sei es ja noch nicht, soll doch der Startschuss erst in diesen Tagen - nämlich anlässlich der IFA Berlin – fallen.

Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Digitalradio soll zu einem der Top-Themen der diesjährigen Funkausstellung werden. Und so blickt denn auch ganz Europa gespannt auf das Geschehen im grössten Markt Europas. Digitalradio auf Basis des DAB+ Standards werde sich nur behaupten können, wenn damit auch in Deutschland eine Erfolgsgeschichte gelandet wird. Dies lassen sogar einschlägige Kreise in der Schweiz verlauten, wo DAB+ bekanntlich bereits eine gewisse Akzeptanz bei den Hörern erlangen konnte.

In der August Ausgabe lässt denn auch das „Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk“ vom „DR-M e.V.“ (Digital Radio Mitteldeutschland) durchblicken, dass per Ende 2011 eine installierte Basis von 100‘000 Units angepeilt werde. Die Zielsetzung für Ende 2015 liege bei 15 Millionen Geräten. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt die installierte Basis aktuell bei etwa 750‘000 DAB+ Geräten. Mit ca. 7.8 Mio. Einwohnern ist der Markt Schweiz rund 10x kleiner als Deutschland. Bei gleicher Marktgrösse hätten in der Schweiz also gegen 7.5 Mio. Geräte den Weg zum Hörer gefunden, was trotzdem nur der Hälfte der in Deutschland angestrebten Zielsetzung entspricht. Bedenkt man, dass in der Schweiz zwei populäre Mittelwellen Programme (DRS Musikwelle und Option Musique) auf DAB+ verschoben wurden und diese seither auf terrestrischem Wege nur noch digital zu empfangen sind, so wirkt die Zielsetzung aus Deutschland noch viel ambitiöser. Kommt hinzu, dass am Ausbau des Schweizerischen Digitalradio Netzes seit 2006 unermüdlich gearbeitet wird. Zumindest die Programme des ersten Layers sind heute schon so gut wie flächendeckend verfügbar. Dank eines zwischenzeitlich zusätzlich gestarteten zweiten Layers hat man als Hörer in den weiten Teilen der Deutschschweiz bereits jetzt Zugriff auf rund 30 Radio Programme! Die gebotene Programmvielfalt hat die Attraktivität von Digitalradio erheblich gesteigert und erweist sich denn auch als einer der ganz wesentlichen Erfolgsfaktoren.

Und in Deutschland? Neben den drei Programmen des DeutschlandRadios wurden bekanntlich auch verschiedene Privatradio Programme lizenziert. Die drei öffentlich-rechtlichen Programme (DLF, DeutschlandRadio Kultur und DRadio Wissen) gehörten sodenn auch bereits ab 1. August 2011 zum Angebot. Ebenso das Entspannungsradio LoungeFM und das Fussballradio 90elf, welches gewiss die Rolle des Zugpferds einnehmen wird. Ferner bedienen mit ERF Pop und Radio Horeb gleich zwei Programme die Interessen christlicher Zuhörer. Und mit Klassik Radio erreicht man – zumindest ansatzweise – eine weitere Zielgruppe. Den Mainstream ansprechen sollen Vollprogramme wie Absolut Radio oder Programme, welche mehr oder weniger das AC Format (Adult Contemporary) spielen, also ENERGY, Radio BOB! aus Hessen und Kiss FM aus Berlin. Letztere wurden zwar nicht direkt lizenziert, doch scheint das nicht sonderlich relevant zu sein. Hauptsache, der Layer wurde pünktlich und eben nicht halbleer gestartet.

Ob sich mit dem gebotenen Mix an Programmen tatsächlich doppelt so viele Hörer wie in der Schweiz zum Kauf eines DAB+ Radio hinreissen mögen, wird sich weisen müssen. Inwiefern die in vielen Bundesländern erst noch zu startenden regionalen Digitalradio Angebote die Attraktivität zu steigern vermögen, bleibt abzuwarten. In vielen Ländern soll dem Vernehmen nach in erster Linie abgebildet werden, was bereits auf UKW geboten wird, sei es öffentlich-rechtlich oder privat.

Bleibt zu hoffen, dass die Uebung nicht plötzlich auf halben Wege wieder abgeblasen wird, sollte sich der Absatz der Geräte in den ersten zwei Jahren nicht wie gewünscht entwickeln. Vielmehr müsste in einem solchen Fall über eine Neudefinition des Programm Mix nachgedacht werden, um Digitalradio auch in Deutschland für möglichst viele Zielgruppen attraktiv zu machen und somit auch zu einem Erfolg zu führen.

Sonntag, 31. Juli 2011

digitalradio.de: Noch nicht ganz verstanden, um was es eigentlich geht?


Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist jetzt auch die neue Website von digitalradio.de online. Die neue Seite soll naturgemäss darüber informieren, was Digitalradio bedeutet, worin die Vorteile liegen und welche Programme überhaupt damit zu hören sind.

Mitunter stellt die Seite auch Empfangsgeräte vor. Allerdings scheinen die Verantwortlichen noch nicht ganz verstanden zu haben, um was es bei DAB+ eigentlich geht. Oder wie sonst lässt sich erklären, dass die neue Website auch ein reines Internet Radio Gerät wie den Noxon A 540 plus vorstellt? Auf der Website des Herstellers Terratec ist jedenfalls von einer DAB+ Fähigkeit dieses Modells nicht die Rede.

Montag, 13. Juni 2011

Verkehrte Welt


Als Fürsprecher für digitales Radio muss ich an dieser Stelle einmal einen Hinweis auf ein ausgesprochen interessantes Programm loswerden, das es nur im analogen Radio zu hören gibt. Seit dem 9. Juni wird nämlich die zweite Auflage des International Radio Festival Zurich bestritten. Ueber die Frequenzen 88.2MHz (Zürich Süd) und 104.1MHz (Zürich Nord) gibt IRF Radio noch bis zum 19. Juni absolute Leckerbissen zum besten. Hörvergnügen pur, doch leider nur auf UKW oder als Livestream im Internet.

Vergangenen Herbst wurde das Programm noch über DAB+ in die ganze Deutschschweiz übertragen. Leider hat es aber die SwissMediaCast AG als Betreiberin des privaten DAB+ Layers unterlassen, Kapazitäten für kurzzeitige Radioprojekte oder auch Eventradios freizuhalten. Damit wurde die einmalige Möglichkeit vertan, um innovativen Radioprojekten jeweils Zugang zu grösser Reichweite zu bieten und gleichzeitig neue Zielgruppen anzusprechen, welche dadurch die Vorzüge von Digitalradio kennen lernen würden.

Sonntag, 29. Mai 2011

Avanciert Radio 24 zum ersten nationalen Privatradio?

Seit Tamedia verlauten liess, dass sich das Unternehmen fortan auf Print und Online fokussieren will und somit auch Radio 24 zum Verkauf steht, spekuliert die Branche darüber, in welche Hände das erste Privatradio der Schweiz wohl gehen wird. Will der künftige Besitzer ganz einfach ein Lokalradio betreiben oder nutzt er den hohen Bekanntheitsgrad des Programms zur Meinungsbildung auf nationalem Terrain?

Nun gibt Radio 24 bekannt, dass die Bemühungen um einen DAB+ Programmplatz erfolgreich waren und das Programm somit ab Juli/August auch über Digitalradio verbreitet wird. Radio 24 wird somit neu nicht nur in Zürich, sondern auch in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft zu empfangen sein. Schmückt sich der Sender somit mit der Option, bald als erstes Privatradio für die ganze Schweiz in Erscheinung treten zu können? Gut möglich, schliesslich ist selbst der Claim "Das isch Züri" jüngst von der Website verschwunden.